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Haarige Verwandtschaft

Neueste Erkenntnisse beweisen: Diese Tiere stehen dem Menschen näher als bislang angenommen. Zu 98,7 Prozent identisch sind Mensch und Affe. Doch was unterscheidet uns dann eigentlich vom Schimpansen? Auf der Suche nach den fehlenden 1,3 Prozent beschäftigen sich Wissenschaftler besonders mit der menschlichen Sprache. Wir können komplexe Sachverhalte dank verschachtelter Sätze darstellen. Diese Fähigkeit, die sogenannte Rekursion, fehlt den Tieren. Und das obwohl Mensch und Affe das Sprachgen Fox P2 tragen, allerdings in leicht veränderter Form. Man weiß bislang nur wenig über das geheimnisvolle Sprachgen. Dr. Wolfgang Enard, Gen-Forscher "Das man Fox P2 gefunden hat, als ein Gen, was wenn es kaputt geht spezifisch die Sprach und Sprechfähigkeit beeinflusst, war ein riesiger Glücksfall und hat uns deswegen verleitet dieses Gen genauer anzugucken und haben dann auch noch feststellen können, dass es sich verdächtig während der menschlichen Evolution verändert hat." Am Max Planck Institut in Leipzig beschäftigt sich Dr. Wolfgang Enard mit der Frage, was das Gen Fox P2 genau bewirkt. Das Sprachgen hat eine schnelle Entwicklung durchgemacht, nachdem sich die Abstammungslinien von Mensch und Affe trennten. Enard hat jetzt das menschliche Gen isoliert und auf Mäuse übertragen. Dr. Wolfgang Enard, Gen-Forscher "Nur weil man ein Gen in einer Maus vermenschlicht, fängt die Maus natürlich nicht zu sprechen an oder wird ein Mensch. Aber man kann versuchen kleine Aspekte der menschlichen Evolution in einer Maus nachzubilden."Mit einem speziellen Mikrofon lauscht Enard der Unterhaltung der Tiere und führt ganz genau Protokoll. Verändert sich die Mäusesprache auch nur ganz minimal, ist die Wissenschaft dem Verständnis von der Entwicklung der Sprache ein bisschen näher gekommen. Doch nicht nur die Komplexität unserer Sprache unterscheidet uns von allen anderen Lebewesen. Um auf etwas aufmerksam zu machen, zeigen wir auf Gegenstände oder Personen. Ein Test mit Kleinkindern zeigte, dass wir schon im Kindesalter Erlebnisse teilen wollen. Auch Affen leben in einer sozialen Gemeinschaft, doch wollen auch sie Erlebtes teilen? Weisen sie andere mit Mimik und Gestik auf etwas hin? Prof. Michael Tomasello, Experimentalpsychologe "Wild lebende Schimpansen zeigen einander nichts, in Gefangenschaft aber zeigen sie manchmal Menschen etwas. Allerdings tun sie das nicht so wie ein Kind um zu helfen, zu informieren oder um ein Erlebnis zu teilen. Wenn sie zeigen geht es immer darum, dass sie etwas wollen. Aber sie würden nie auf etwas deuten um beispielsweise zu sagen ist das nicht interessant oder Du hast deine Geldbörse verloren." Schimpanse und Mensch stimmen in 98,7 Prozent des Erbgutes überein. Auf Grundlage der Gene betrachtet nur ein kleiner Unterschied, der aber in der Entwicklungsgeschichte eine große Rolle spielt. Während die Menschenaffen vom Aussterben bedroht sind bevölkern wir Menschen die Erde.

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