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Heinrich der VIII. und die Frauen

1509 am Englischen Königshaus: Der gerade mal 18jährige Heinrich der VIII. nimmt sich wenig Zeit zum Regieren. Stattdessen führt er ein zügelloses Leben. Heinrich liebt das italienische Maskenspiel. Doch liebt er auch seine Frau Katharina, die er auf Wunsch seines Vaters heiratete? Prof. Gilles Milton, Historiker: "Die Dynastie des Hauses Tudor ist noch Jung, erst vor gerade 40 Jahren hatte Heinrichs Vater, Heinrich der VII. den Rosenkrieg um die Herrschaft in England für sich entschieden. Heinrich der VIII. will die Dynastie sichern. Wie hätte er das besser tun können als durch eine Ehe mit Katharina von Aragon, der Tochter von König Ferdinand und Königin Isabella von Spanien. Den Mächtigen Europas. Wenn Katharina ihm auch noch einen männlichen Erben schenken würde, umso besser. Das würde die Tudordynastie für die nächste Generation sichern." 17 Jahre führen die tief religiöse Katharina von Aragon und Heinrich der VIII. eine einträchtige Ehe. Doch dann geschieht etwas, was nicht nur Ehe und Königreich, sondern auch ganz Europa in eine Krise stürzen wird. Heinrich verliebt sich in die junge Hofdame Anne Boleyn. Und das scheint nicht nur Schwärmerei zu sein, sondern bitterer Ernst. Anne ist geschmeichelt, aber sie will mehr, sie will Königin werden. Heinrich setzt sich über alle Berater hinweg - er will die Scheidung von Katharina. Anne soll die erste Frau Englands werden; doch bis dahin werden noch einige Jahre vergehen. Heinrich will den Segen von Papst Clemens in Rom. Doch der hält ihn hin. Sein Problem: Annulliert er die Ehe, legt er sich mit Katharinas Neffen, dem spanischen Kaiser an, verbietet er jedoch die Neuverheiratung Heinrichs, droht dieser sich von Rom loszusagen. Anne Boelyn oder Katharina - Heinrichs Entscheidung ist gefallen. Nach neun Jahren politischen Taktierens setzt er sich über den Papst hinweg und verbannt Katharina vom Hof und aus seinem Leben. Jetzt kann er Anne zur Königin machen, die neun Monate später ein gesundes Kind zur Welt bringt. Nur ist es leider kein Junge, sondern ein Mädchen. Heinrich distanziert sich abrupt von der Frau, um die er neun Jahre gekämpft hat. Prof. Gilles Milton, Historiker: "Hat Heinrich der VIII. Anne wirklich geliebt oder war sie nur dazu da, ihm einen Thronfolger zu gebären? Alles deutet darauf hin, dass er Anne wirklich geliebt hat. Sie war eine lebhafte Frau, die Art von Frau zu der er sich hingezogen fühlte. Dann schreibt er seine leidenschaftlichen Briefe an sie, in denen er ihr seine Liebe erklärte. Doch als sie nicht diesen heiß ersehnten Thronfolger gebar, ließ Heinrich sie fallen. Auch wenn die meisten Anklagepunkte konstruiert waren: Heinrich glaubte schließlich selbst an die Schuld seiner Frau und das war seine große Tragödie." Nachdem er für Anne alles aufs Spiel gesetzt hat, lässt er sie kurzerhand enthaupten und amüsiert sich mit der nächsten Dame: Jane Seymore, die er nur einen Tag nach Annes Hinrichtung heiratet. Heinrich ist fast 50, als ihm seine dritte Frau Jane Seymore den ersehnten männlichen Thronfolger schenkt. Die Tudordynastie scheint sicher. Doch zu welchem Preis: Jane ist von der Geburt so geschwächt, dass sie wenige Tage danach stirbt. Heinrich der VIII. wird noch dreimal heiraten: Aber alle Ehen enden im Desaster. Seine vierte Ehe wird annulliert. Heinrich findet seine deutsche Frau zu hässlich. Seine fünfte Frau wird wegen Ehebruch hingerichtet. Nur seine sechste Frau wird Heinrich den VIII. überleben.

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