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Kansai Airport - Landgewinnung für den sinkenden Flughafen

Sinkender Airport - so nennen die Japaner den International Kansai Airport, den künstlichen Flughafen in der Nähe von Osaka. Aus Platzmangel entscheiden sich die Japaner dazu, in der Bucht von Osaka eine fünf Quadratkilometer große Insel aufzuschütten. Ein aufwändiges Mammutprojekt, für das eine ganze Hügellandschaft abgetragen wurde, die als Baufundament im 15 Meter tiefen Meerwasser dienen sollte. 1994 wurde der Flughafen eingeweiht. Die Planer gingen davon aus, dass der Flughafen in den nächsten 50 Jahren um 12 Meter absinken würde. Eine Fehleinschätzung: der Meeresboden war zu weich: Der Flughafen sank bereits in der Bauphase um acht Meter. Die Folgen des sinkenden Airport sind augenfällig: fingerdicke Risse in der Abfertigungshalle und auf dem Rollfeld erzählen die Geschichte vom Untergang eines Millionenprojektes. Um das Terminal in der waagerechten zu halten, müssen Techniker jede Nacht nachjustieren. Das 1,7 Kilometer lange Bauwerk steht auf 900 Stahlpfeilern, die einzeln höhenverstellbar sind. Gerade mal 10 Pfeiler können die Arbeiter pro Schicht nachregulieren, ein permanenter Kampf gegen die Schieflage der künstlichen Insel. Doch die Japaner halten am Bauprojekt Kensai Airport fest. Trotz aller Schwierigkeiten baut die Flughafengesellschaft 2007 eine neue 4 Kilometer lange Rollbahn ins Meer. Statement Kenzo Taga : « Es gab natürlich Vorhersage, wie schnell die Insel sinken würde, aber zu bauen während gleichzeitig schon alles absank, setzte uns enorm unter Druck. Mehr als einmal wäre ich am liebsten davon gelaufen. » Nicht nur Architekten und Bauunternehmer sehen die Zukunft des Flughafens kritisch. Die Reparaturarbeiten verschlingen Millionen, außerdem ist Kensai Airport nicht ausgelastet. Der Traum der Flughafengesellschaft, den sinkenden Flughafen zu einem führenden Drehkreuz in Asien zu machen, wird wohl schon deswegen platzen, weil die Konkurrenzmetropolen wie Seoul oder Hongkong bereits von Flughafeninseln der neuen Generation starten und landen. Was Ökonomie und Stabilität angeht, haben die inner Asiatischen Konkurrenten also die Flügel vorne.

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