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Klima Archiv im Eis

Das Lomonossov - Gletscherfeld umfasst ein Gebiet von etwa 2000 Quadratkilometern. Es ist damit eines der größten Gletschergebiete Spitzbergens. Das Eis ist schätzungsweise 2000 Jahre alt. Ein Hot Spot für die Klimaforschung. Am Fuße der Gletscherzunge hat sich das Team von Prof. Veijo Pohjola und Dr. Elisabeth Isakkson ein Camp für Feldforschungen eingerichtet. 50 Kilometer entfernt von der nächsten Siedlung wollen sie eine Woche lang Eisproben entnehmen. So hoffen sie, den Geheimnissen der Gletscherschmelze auf die Spur zu kommen. Veijo Pohjola, Gletscherforscher "In den letzten 10 Jahren ist es hier wirklich ziemlich warm geworden. Es sieht so aus, als könnten wir in den letzten 10Jahren eine deutliche Änderung der Temperaturkurve beobachten, verglichen mit den letzten 300 Jahren." Die Forschungsrouten auf den Gletschern haben ihre Tücken. Je nach Wetterlage sind metertiefe Spalten im Eis fast nicht zu erkennen. Ausgestattet mit Waffen gegen Eisbären, Bohrinstrumenten, modernem Radar und GPS-Technik arbeiten die Forscher bei minus 30 Grad. Sie wollen anhand von Eis - Bohrkernen einen Klimakalender des Gletschers erstellen. In den einzelnen Schichten des Eises sind zahlreiche Informationen über die Klima- und Umweltbedingungen der vergangenen erdgeschichtlichen Zeiträume enthalten. Die Forscher können Schmelzphasen bis zu mehreren hundert Jahren mit dieser Technik zurückverfolgen. Die Durchführung vor Ort ist kompliziert und manchmal gefährlich, die Forscher lieben ihren Job trotzdem: Elisabeth Isaksson, Gletscherforscherin "Wir tragen ein kleines Stück zum großen Klima - Puzzle bei. Das ist genug Anreiz um weiterzumachen." Nach sieben Tagen Schwerstarbeit bringen die Forscher die Eiskerne in die Universität von Longyearbyen. Sieben Stunden dauert die Fahrt durch das Eis. Völlig durchgefroren und entkräftet erreichen sie ihr Ziel. Dr. Elisabeth Isaksson will sich zuerst vergewissern, dass die Bohrkerne die Fahrt heil überstanden haben. Die Schichten des Eises sind für die Gletscherforscher vergleichbar mit Jahresringen bei Baumstämmen. Elisabeth Isaksson, Gletscherforscherin "Man kann die verschiedenen Eisschichten sehen, wie zum Beispiel die warmen Sommerschichten, wo viel Eis geschmolzen ist. Wir haben in den letzten 10 jahren mehr Schmelzwasser festgestellt aufgrund der warmen Frühlingsmonate und Sommer." Die Proben der Forscher sprechen eine deutliche Sprache: Das Gletschereis auf Spitzbergen schmilzt und zwar dramatisch. Alles deutet auf eine langfristige Tendenz hin. Sollten Grönlands Eismassen tatsächlich abschmelzen, droht ein Anstieg des Meeresspiegels um bis zu sieben Meter. Ganze Küstengebiete würden weltweit versinken.

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