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Kolosseum in Gefahr

Fast 2000 Jahre hat es schon überdauert, hat Bränden und Erdbeben standgehalten. Heute ist das Kolosseum Weltkulturerbe und in Gefahr. Der Bau der Antike ist den Stadtplanern im Weg. Der U-Bahnbau schreitet voran, doch die Erschütterungen der Bohrarbeiten könnten dem Monument schwer zusetzen. Der Statiker Professor Michele Jamiolkowski soll die Denkmalschützer beruhigen. Die römischen Ingenieure trauen ihm und seinem Team viel zu, schließlich haben sie schon den schiefen Turm von Pisa gerettet. Als der Turm ganz zu kippen drohte, ließ ihn Jamiolkowski mit großen Stahlseilen sichern und brachte ihn Zentimeter für Zentimeter in seine vorherige Position. Stabilisiert für die nächsten 300 Jahre. Jetzt haben Roms Ingenieure die Zukunft der Stadt in seine Hände gelegt. Michele Jamiolkowski, Statiker "Dies ist mein schwierigstes Projekt. Wir tragen die Verantwortung für 58 Monumente enormen historischen Wertes. Einige gehören sogar zum unesco Weltkulturerbe.." Das prominenteste ist das Kolosseum. Alle Quellen über Baumaterial und Bauweise des Monuments sind von Bedeutung. Doch für verlässliche Aussagen braucht man genaue Daten zum derzeitigen Zustand. Dazu müssen die Ingenieure das Gebäude zunächst exakt vermessen und fotografisch dokumentieren. Bei den Arbeiten vor Ort soll kein vorhandener Riss unentdeckt bleiben, so lässt sich später erkennen, ob neue Schäden hinzukommen. Außerdem liefern die Aufnahmen die notwendigen Daten für die 3 -Dimensionale Simulation am Computer. Dazu wird jeder Teil des Gebäudes mehrmals und aus unterschiedlichen Perspektiven fotografiert. Mit diesen Aufnahmen kann das Kolosseum am Computer exakt nachgebaut werden. Die verschiedenen Farben kennzeichnen unterschiedliche Baumaterialien mit unterschiedlicher Elastizität. Die Baumeister der Antike waren Meister ihres Fachs. Giorgio Groci, Forscher "Im schlimmsten Fall wird es zu Spalten zwischen einigen Fugen kommen, keine großen Risse, sondern Fissuren und leichte Verschiebungen. Vor allem die Fugen im vierten Stock könnten sich weiter öffnen und es könnte zu weiteren Haarrissen kommen." Das Kolosseum wird also auch in Zukunft von vergangenen Tagen Roms erzählen.

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