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Krankenhaus der Zukunft

Patient Krankenhaus. Die Hälfte der deutschen Kliniken schreibt rote Zahlen, vielen droht das Aus. Jedes 10. Krankenhaus wird voraussichtlich in den nächsten fünf Jahren schließen. Nur wenigen gelingt der Spagat zwischen Qualität und Wirtschaftlichkeit. Das Problem: Der Fortschritt der Medizintechnik ist rasant. Alle fünf Jahre verdoppelt sich das medizinische Wissen. Das Resultat: Die Hälfte aller medizinischen Produkte müssen erneuert werden. Ein ungeheurer Kostendruck für die Krankenhäuser, zumal die Budgets immer kleiner werden. Wer dem steigenden Druck im Gesundheitswesen standhalten will, muss neue Wege gehen. Medizinisches Hightech, digitales Datenmanagement, ausgefeilte Logistik, in Thüringen hat die Krankenhauszukunft bereits begonnen. Prof. Klaus Höffken, Ärztlicher Direktor "Wir bauen ein Krankenhaus der Zukunft, wo der Patient weiterhin im Mittelpunkt steht und die gesamte moderne Technologie all dies dem Patienten nutzbar gemacht wird . " In Jena entsteht eines der modernsten Krankenhäuser Europas. Dafür ist die Logistik entscheidend: Früher waren die verschiedenen Abteilungen über die ganze Stadt verteilt. Bis zur geplanten Fertigstellung der Baumaßnahmen 2012 sollen alle Kliniken und Institute unter einem Dach vereint werden. Kurze Wege, gläserne Strukturen: Ärzte und Pflegepersonal haben überall direkten Zugriff auf Patientenakten. Per Passwort sind die Dateien vor Missbrauch geschützt. Prof. Gernot Marx, Leitender Oberarzt Intensivstation:"Wir haben sozusagen eine quasi papierfreie Station und hier ist sozusagen unser Papierstapel, das ist unsere elektronische Patientenakte. Der Arzt hat sofort ohne Zeitverzug alle Informationen, die er benötigt."Modernste Bild gebende Verfahren sorgen für eine umfassende und schnelle Behandlung der Patienten im Haus. Schonende chirurgische Eingriffe verkürzen die Verweildauer in der Klinik. Gut für die Patienten und eine echte Kostenersparnis für das Krankenhaus: Denn seit die Krankenkassen nicht mehr nach Tagen, sondern pauschal nach Diagnosen bezahlen, bedeutet jeder Tag länger im teuren Klinikbett erhöhte Kosten für das Krankenhaus. Neue Wege geht man vor allem in der Kardiologischen Abteilung. Patienten mit chronischen Leiden wie Herzschwäche werden aus der Ferne überwacht. Ein Telemedizinprojekt macht dies möglich. So kann ein Herzkranker bei Beschwerden sein EKG von Zuhause an ein telemedizinisches Zentrum übertragen. Fachärzte werten die Daten aus und beraten ihn sofort per Telefon, ob er einen Arzt aufsuchen muss oder nicht. Der Patient ist so rund um die Uhr betreut. Und das Krankenhaus spart Geld. Immerhin rund 80% der Anrufe sind keine Notfälle. Klinikaufnahme und kostspielige Intensivbehandlung werden so vermieden. Aber auch hier geht die Operation Zukunft weiter.Das Krankenhaus in Jena ist eines der modernsten in ganz Europa

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