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Marco-Polo-Schafe

Nördlich des Himalaya ist die Welt fast menschenleer. Man trifft höchstens auf Yak Herden und ihre Hirten hier in der Einsamkeit des Tien-Shan-Gebirges, das von China bis nach Tadschikistan reicht. Schon im 13. Jahrhundert ist Marco Polo durch dieses Gebirge gezogen. In seinem Bericht schreibt er von einem Riesenwildschaf, das seither seinen Namen trägt: das Marco-Polo-Schaf. Der Kameramann Andreas Kieling wandert auf seinen Spuren. Er will schaffen, was bisher keinem gelang: Marco Polo Schafe mit seiner Kamera aufnehmen. Er findet erste Spuren der seltenen Tiere: Andreas Kieling, Tierfilmer: "Was für ein gewaltiges Gehörn. Es wäre natürlich ein Traum, wenn man ein Tier von solchen Ausmaßen noch lebendig vor die Kamera bekäme." Kielings Begleiter sind Onur und Tamer. Sie wollen ihn ans Ende der Welt führen, wohin sich die letzten Marco-Polo-Schafe vor ihren Jägern zurück gezogen haben. Kieling hofft im Chinesischen Grenzgebiet auf die Tiere zu stoßen. Tagelang geht es bergauf. Und tatsächlich, in mehreren Kilometern Entfernung sichten die Männer ein Rudel. Allerdings: Jenseits der chinesischen Grenze. Andreas Kieling, Tierfilmer: "China, ah. Okay. China plocho." Dorthin dürfen sie den Marco-Polo-Schafen nicht folgen. Weiter geht die Suche auf dieser Seite der Grenze. Wenig später versperrt den Abenteurern ein eisiger Fluss den Weg. Andreas Kieling, Tierfilmer: "Ist mir ziemlich mulmig. Ich weiß nicht, ob ich das hin kriege. Ja, ja." Kieling hat Sorge, dass sein Pferd im eisigen Wasser ausrutschen könnte. Doch ihm bleibt nichts anderes übrig, als seine Angst zu überwinden. Die anderen sind schon drüben und auch Kielings Pferd Atak kämpft sich tapfer durch die Flut. Und die Mühe lohnt sich: Von weitem kann Kieling eine Herde der Marco-Polo Schafe in den Bergen ausmachen. Die Männer haben Gegenwind. Das heißt die Chancen stehen gut, dass die Tiere sie nicht wittern können. Kieling will sich ganz alleine heran pirschen. Mit einem Schneehemd getarnt, macht er sich auf den Weg. Doch die Marco-Polo-Schafe steigen immer höher auf den Berg. Sie haben ihn längst bemerkt. Die Luft auf über 4000 Meter ist sehr dünn. Jeder Schritt wird zur Tortur. Irgendwann ist klar. Näher wird Kieling den Marco-Polo-Schafen nicht kommen. Andreas Kieling, Tierfilmer: "Ich bin gleich oben, noch hundert Meter. Aber ich denke, ich habe keine Chance mehr an die Marco-Polos ran zu kommen. Die sind schon weit, weit weg gezogen. Was sind für diese Tiere 300 oder 500 Meter. Gar nichts. Aber für mich - ich denke hier oben gehört der Mensch nicht hin." Die Bilder allerdings, die Andreas Kieling aus dieser Position machen kann, feiern Weltpremiere. Denn Marco-Polo-Schafe sind vorher noch nie gefilmt worden.

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