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Meere im Klimawandel

Die Meere werden wärmer. Einige Fischarten brauchen aber die kalten Temperaturen. Wie beispielsweise der Dorsch. Sein Fortpflanzungszyklus ist vom kühlen Winter abhängig. Andere Arten jedoch, die es lieber warm mögen, sind die Gewinner beim Klimawandel. Zu den Zuwanderern zählen beispielsweise die Sardelle, die Streifenbarbe oder der Tintenfisch. Aber noch kommen sie nicht in großen Mengen vor. Doch die Seehunde und Kegelrobben in der Nord- und Ostsee profitieren schon heute von den neuen Mitbewohnern. Ihr Speiseplan ist vielfältiger geworden und die Bestände entwickeln sich dementsprechend prächtig. Untersuchungen des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung zeigen: Auch andere Arten profitieren vom Klimawandel. Das Watt vor Sylt beispielsweise ist das neue Reich der pazifischen Auster. Mit rasanter Geschwindigkeit hat sie sich hier breit gemacht. Prof. Dr. Karsten Reise, Meeresbiologe: "Diese pazifischen Austern, das ist die größte Überraschung, die wir überhaupt hier in der Wattenmeerküste erlebt haben, sie waren hierher gebracht worden, weil man dachte, man kann sie hier in dem Wasser gut mästen, aber vermehren werden sie sich nicht, weil das Wasser zu kalt ist. Aber na ja, die Temperatur ist allein, niedrige Temperatur kein gutes Verhütungsmittel, das klappte natürlich nicht und dann wurde die Nordsee jetzt in den letzten 10 Jahren so viel wärmer, dass ideale Vermehrungsbedingungen für diese pazifische Auster hier geschaffen wurden und sie macht das Rennen." Großer Vorteil: Die pazifische Auster hat hier keine Feinde. Tiere können ihre Schale nicht knacken. Das Phänomen von zugewanderten Tieren ist nicht ungewöhnlich. Prof. Dr. Karsten Reise, Meeresbiologe: "Wir sehen hier eine biologische Globalisierung, in dem Wattboden, die seines Gleichen kaum woanders findet. Diese Sandklaffmuschel haben wahrscheinlich die Wikinger schon aus Nordamerika mitgebracht. 800 Jahre später kamen dann hier die amerikanischen Pantoffelschnecken, die man auch unabsichtlich nach Europa transportiert hat. Im Ballastwasser eines Schiffes, das von Amerika rüber kam, ist wohl eine Larve oder mehrere Larven von dieser amerikanischen Schwertmuschel mitgekommen, das war erst vor 30 Jahren." Für die Zukunft erwarten Forscher weitere, tief greifende Veränderungen im Ökosystem Meer.

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