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Meister der Extreme

Rumänien. Die Höhlenforscher rund um Christian Lascu treffen sich zu einer letzten Besprechung vor dem Aufbruch in die Movile-Höhle. Ein Ökosystem, das über Jahrmillionen von der Außenwelt abgeschnitten war. Durch einen Riss in der Erdkruste soll die Höhle entstanden sein. Eine Zeitkapsel, die tief in die Erde führt. Christan Lascu: "Die Movile-Höhle ist in der Tat nur die Spitze des Eisbergs, darunter liegt ein gewaltiges Karstsystem in dem heißes Schwefelwasser aus tiefen Spalten nach oben steigen." Die Movile-Höhle wurde zufällig bei Bohrarbeiten entdeckt - der Zugang ist beschwerlich, enge Tunnelröhren, wenig Sauerstoff, eine hohe Konzentration von Methangasen und Schwefel machen dem Team zu schaffen. Lebensfeindliche Atmosphäre, die Forscher können maximal 3 Stunden hier bleiben, ohne dass diese Umgebung ihnen Schaden zufügt. Nach etwa 200 Metern ein Schwefelsee. Ab jetzt geht es nur noch mit Tauchausrüstung weiter. In der giftigen Brühe entdecken die Forscher bizarre Geschöpfe - Leben im lebensfeindlichen Raum. Die Kreaturen der Unterwelt haben sich über Jahrmillionen an ihre Umgebung angepasst. Viele Tiere sind blind, ihre Haut ist fast durchsichtig - im Reich der Dunkelheit hat die Evolution alles Unnötige eingespart. Diese Welt erscheint wie ein Blick in vergangene Zeiten der Erdgeschichte. Scharfe Kanten und Felsvorsprünge erschweren die Arbeit der Forscher, es ist nicht einfach, der Höhle ihre Geheimnisse zu entlocken. Im hinteren Teil der Höhle bilden sich auf der Wasseroberfläche große schleimige Matten. Nahrungsgrundlage für die bizarren Höhlenbewohner oder giftiges Gebräu? Das Forschungsteam nimmt Proben um mehr herauszufinden. Im Labor lüftet der Teppich sein Geheimnis: Eine giftige Mischung aus Schwefelwasserstoff und Methan. Und trotzdem zeigt die Analyse einen ungeheuren Artenreichtum, die Matte ist durchsetzt mit Leben. Die Zeitkapsel Movile-Höhle ist eine naturwissenschaftliche Sensation - im lebensfeindlichen Milieu unter der Erde ist ein quicklebendiges Biotop. Nur der Mensch spürt die lebensfeindliche Wirkung - das Forscherteam muss dringend an die frische Luft.

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