wissen.de
Total votes: 50
VIDEO

Orchideenzucht

Orchideen gibt es in einer Vielfalt wie nie zuvor. Immer neue Sorten werden gezüchtet, denn der Modetrend ändert sich und somit auch die Farben und Formen dieser exotischen Pflanze. Orchideen-Expertin Angela Schröder-Lorenz weiß, was gefällt. "Im Moment tendiert der Markt immer noch zu den klassischen weißen großen Blüten sogenannte Designerblume. Ein weiterer Trend sind etwas wilder gemusterte Blüten und was jetzt stark im Kommen ist, das nenn ich mal Neo-Barock, das ist ein bisschen verrucht die Blüte, bisschen dunkel und passt zu schwarz und Samt." In den Gewächshäusern hier werden Frauenschuh-Orchideen gezüchtet. Christiane Pöhm ist Geburtshelferin, die genau weiß, wie der Nachwuchs aussehen soll. Hier bestäubt sie einen Frauenschuh mit Pollen eines zweiten Prachtexemplars. Christiane Pöhm: "In diesem Fall wollen wir die gelbe Farbe und diese sehr schön gedrehten Blütenblätter erhalten in unserer Nachkommenschaft und kombinieren mit dem kompakten Schuh dieser kleinen weißen Frauenschuh-Pflanze." Im Labor der Orchideenzuchtfirma Bock-Bioscience geht es zu wie im OP. Mit steriler Pinzette und Skalpell werden die Pflanzen zerlegt. Diese Art der Vermehrung hat den Vorteil, dass alle Nachkommen der Mutterpflanze exakt gleichen. Die Laboranten stellen hier sogenannte Klone her. Aus Eins mach Drei, aus Drei mach Neun und so weiter. "Es handelt sich um sogenannte Meristeme. Das sind mikrofeine Zellklumpen, die an bestimmten Stellen in der Pflanze vorhanden sind und die wir zur Hochvermehrung einsetzen." Klonen ist eine jahrhundertealte gärtnerische Technik. Die Pflanzen werden geteilt und auf eigens entwickelten Nährböden groß gezogen. Solange sie noch klein sind, stehen sie in klimatisierten Hallen und werden mit sommerlichen Temperaturen verwöhnt. Ansonsten sind Orchideen nicht sehr pflegeintensiv. "Sie kommt ja eigentlich aus dem Urwald und lebt unter dem Blätterdach in den Achseln der großen Baumriesen. Da kommt ein bisschen organisches Material jeden Tag mit dem Regenwasser vorbei geschwommen. Das holt sie sich mit ihren Luftwurzeln oder nimmt es auch über die Blätter auf. Und deswegen kommt sie mit sehr wenig Dünger aus." Der Weg vom ersten Bestäuben bis zum Klonen der perfekten Mutterpflanze ist mit viel Handarbeit verbunden. Doch die Geduld der Züchter belohnt uns mit faszinierender Schönheit.

Total votes: 50