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Passivhaus

Architekt Georg Zielke lebt und arbeitet in einem Haus, das sich selbst wärmt. Georg Zielke: "Ein Passiv-Haus ist ein Gebäude, das hoch wärmegedämmt ist, gute Lüftungsanlage hat mit effektiver Wärmerückgewinnung und 3-fach verglaste Fenster." Es wird passiv genannt, weil sein Wärmebedarf größtenteils nicht durch aktives Heizen erzeugt wird. Das Haus nutzt zum Beispiel die natürliche Sonneneinstrahlung durch große Fenster oder die Abwärme von technischen Geräten und Personen. Je mehr Menschen im Haus, um so mehr Wärme entsteht. Da trifft es sich gut, das an diesem kalten Herbsttag die Nachbarin mit ihren Kindern zu Besuch ist. Martin Such, Passiv-Haus-Experte "Der Energiebedarf im Passiv-Haus ist so extrem gering, dass ein konventionelles System mit Heizkörpern eigentlich entfallen kann. Dazu ist natürlich der Komfort gerade im Fensterbereich wichtig, dass das möglich ist und die Wärme kann über das System mit der Lüftungsanlage sehr gut im Haus verteilt werden." Neben der Dämmung ist also die Lüftungsanlage entscheidend. Sie saugt frische Luft von außen an, diese fließt durch einen Wärmetauscher, wo sie durch die warme Abluft des Hauses erwärmt wird. Dieser Wärmetauscher wird bei Georg an kalten Wintertagen durch etwas Fernwärme unterstützt. Über Rohre wird dann jedes Zimmer im Haus mit Frischluft versorgt. Die Lufttemperatur wird durch einen Regler zentral gesteuert. Obwohl es besondere Planung verlangt - von außen unterscheidet sich das Passiv-Haus mittlerweile kaum noch von herkömmlichen Bauten. Holzfassade oder Putz, Flachdach oder Tonnendach, Einfamilienhaus oder Reihenhaus. Auch große Wohnblocks können dem Passiv-Haus-Standard entsprechen. Und selbst Altbauten lassen sich nachrüsten. Und wie sieht es mit dem Wohnkomfort aus? Da gibt es noch immer Vorurteile. Georg Zielke "Das Thema Fenster wurde gerade am Anfang im Passiv-Haus kritisch bewertet und wurde gesagt, man dürfte kein Fenster aufmachen. Alles Quatsch. Das ist Humbug. Sie können das Fenster auf- und zumachen wie bisher und wie Sie sich danach fühlen." Das schlagende Argument für das Gesamtkunstwerk Passiv-Haus: Die Energiekosten. Georg Zielke "Hier in unserem Haus brauch ich als Beispiel ungefähr eine 20zigstel, also 5% der Heizenergie von meinem Elternhaus in gleicher Größe." Gut 500 Euro zahlt Georgs Familie pro Jahr für Heizung und Warmwasser. Im Vergleich: Ein konventioneller Neubau in gleicher Größe käme auf 2.000 bis 2.500 Euro. Die Mehrkosten beim Bauen des Passiv-Hauses hat man so nach max. 20 Jahren durchs Energiesparen wieder reingeholt. Passiv bauen schont also den eigenen Geldbeutel und die Umwelt.

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