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Rattenplage - Gesundheit in Gefahr

Deutschland, Göttingen - ein Notfall. Es sind die Symptome einer Tropenkrankheit: Kopfschmerzen, plötzlich auftretendes, hohes Fieber, Übelkeit und totale Erschöpfung. Doch der junge Mann war gar nicht im Ausland. Die Ärzte sind irritiert, Ratlosigkeit macht sich breit. Plötzlich gehen die Symptome zurück, der Kranke scheint geheilt. Doch die Infektion steckt immer noch im Körper des Patienten. Nach sechs Tagen dann ein zweiter Schub, viel schwerer als der erste. Die Nieren des Patienten versagen, einen Moment lang geht es um Leben und Tod. Leptospirose heißt die tückische Infektionskrankheit, die den Forstwirtschaftsstudenten lahm gelegt hat. Ratten oder Mäuse können diese Keime übertragen, doch der Student kam nie mit den Nagern in Kontakt. Doch wie hat er sich dann mit den gefährlichen Erregern infiziert? Die Spurensuche führt in einen Wald südlich von Niedersachsen. In einem sumpfähnlichen Gebiet hat der Patient kurz vor seinem Zusammenbruch noch gearbeitet. Die Forscher werden schnell fündig, denn Leptospirose Erreger sind in feuchter Umgebung monatelang lebensfähig: Infiziert hat sich der Student in einem Wasserloch, wo er sich die Hände wusch. Vermutlich haben die Nager das Wasserloch mit ihrem Urin verseucht. In Europa häufen sich die Leptospirose Fälle beim Menschen, dabei enden 25 % tödlich. Der Grund: Das Klima wird immer milder - optimale Bedingungen für Ratten. Um die Nager auf natürliche Weise in Schach zu halten, müssten sich auch ihre Feine, die Greifvögel vermehren. Denn werden die Ratten von den Vögeln gefressen bleibt alles im Gleichgewicht. Doch der Bestand der Greifvögel schrumpft - die Ratten haben kaum mehr Feinde und vermehren sich deshalb explosionsartig. Eine dramatische Entwicklung für den Menschen: Auf 80 Millionen Einwohner kommen allein in Deutschland 300 Millionen Ratten. Sie sind intelligent und lernen schnell. Deshalb haben Experten Köder entwickelt, deren Gift erst nach einigen Tagen wirkt. Doch das allein reicht nicht aus - auch die Zusammensetzung des Giftes muss immer wieder verändert werden um die schlauen Nager zu täuschen. In freier Natur scheint der Kampf gegen die Ratten ausweglos: Denn beim auslegen von Ködern könnten auch andere Waldbewohner oder spielende Kinder dem Gift zum Opfer fallen. Das Resultat: Die Ratten vermehren sich ungebremst weiter - eine verborgene Gefahr, deren Bedrohung für den Menschen zunehmen könnte, wenn der Greifvogelbestand noch weiter abnimmt.

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