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Riesenkraken

Sie kommen aus den Tiefen der Ozeane; wirken, als wären sie nicht von dieser Welt. Kreaturen, wie sie kaum ein Mensch bisher gesehen hat. So wie dieser Kragenhai, gefilmt vor der Küste Japans. Seit der Jahrtausendwende tauchen immer mehr seltsame Meeresbewohner auf. Hier ein Riesenkalmar aus australischen Gewässern. In der Antarktis wurde dieser Koloss-Kalmar gefangen. Eine halbe Tonne schwer. Tintenfischringe von diesem Exemplar wären so groß wie LKW-Reifen. Dabei fangen alle diese Tiere mal klein an. Wir sind im Labor des kanadischen Forschers Jim Cosgrove. Sein Spezialgebiet: Kalmare und Kraken. Diese Krakenbabys sind gerade erst geschlüpft. Jim Cosgrove, Krakenforscher: "Das ist wundervoll, das ist außergewöhnlich. So etwas kriegen nur sehr wenige Menschen jemals zu sehen." Jim Cosgrove muss sich beeilen. Im Beutel haben die kleinen Riesenkraken keine Überlebenschance. Der Wissenschaftler bringt sie in die Gewässer vor Vancouver Island. An der Küste wäre das Wasser zu verschmutzt. Kein Lebensraum für die sensiblen Tintenfische. Hier, mitten im Pazifik, ist die Heimat des "Giant Pacific Octopus." Des Riesenkraken. Jim Cosgrove, Krakenforscher: "Glauben Sie, dass die Tiere eine Überlebenschance haben? Ja klar. Einige werden überleben. Es ist klar, dass einige von ihnen gefressen werden durch Quallen, Haie und Wale. Aber einige werden überleben. "Und dann werden sie vielleicht zu jenen Fabelwesen, die Fischer schon seit Jahrhunderten fürchten. Ganze Schiffe sollen sie in die Tiefe gerissen haben. Diesem Mythos ist Cosgrove fast jeden Tag auf der Spur. Auf seinem Forschungsboot nimmt uns der Kanadier mit. Zusammen wollen wir eines dieser vermeintlichen Seemonster finden. Kein leichtes Unterfangen im riesigen Pazifik. Drei Grad ist das Wasser kalt und nährstoffreich. Alles wird hier ein wenig größer. Schnell wird Jim Cosgrove fündig. Ein erster "Giant Pacific Octopus." Doch gigantisch ist er nicht. Ein Jungtier. Erst ein Jahr alt. Schnell gewinnt Cosgrove sein Vertrauen, fast zärtlich scheinen die Berührungen. Von einem Monster keine Spur. Die Suche nach einem Riesenexemplar geht weiter. Cosgrove entdeckt eine große Höhle. Und urplötzlich ist der Riesenkrake da. Wie ein unwirkliches Raumschiff kommt das Tier direkt auf den Forscher zugeschwommen. Mit einer Spannweite von acht Metern und einem Kopf so groß wie drei Melonen wirkt das Tier furchteinflößend. Die rote Farbe signalisiert Erregung, doch keine Aggressivität. Der Riesenkrake will spielen. Für Cosgrove nicht ungefährlich, denn Kraken sind Muskelpakete. Wenn auch friedlich und intelligent. Deshalb kämpft der Wissenschaftler für den Schutz dieser Tiere. Und zeigt: Monster gibt es in den Weltmeeren nicht, nur Wesen mit ungewöhnlichem Aussehen.

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