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Roboter im Krankenhaus

Roboterwagen. Jedes moderne Krankenhaus hat solche stummen Helfer. Sie sorgen für einen reibungslosen Ablauf hinter den Kulissen. In der Uniklinik Jena flitzen 24 dieser Roboterwagen durch die Klinik. In eigenen Fahrstühlen und einem eigenen Tunnelsystem. So können sie unbemerkt von Patienten und Besuchern ihre Botengänge verrichten. Welcher Wagen gerade wohin fährt, das steuert ein zentraler Rechner. Er kommuniziert per Infrarot-Datenübertragung mit den Fahrzeugen und erteilt die jeweiligen Transportaufträge. Alle Fahrtrouten sind im Fahrzeugrechner gespeichert. Für die Navigation der batteriebetriebenen Wagen sorgen Magnete, die ein Sensor beim Überfahren erfasst. Verliert ein Fahrzeug die Spur, wird die Route korrigiert. Der Transport von Rollcontainern ist der Hauptjob der Roboterwagen. 400 Container sind im Klinikum unterwegs, knapp die Hälfte dient ausschließlich dem Transport des Essens. Auch diese unscheinbaren silbernen Gefährte sind mittlerweile Hightech- Helfer für die Küche: 2.500 Mittagessen werden hier jeden Tag zubereitet. Um die Mahlzeiten nicht stundenlang warm halten zu müssen, kochen die Mitarbeiter sie bereits am Vortag, dann werden sie gekühlt. Spezielle Teller mit silberhaltiger Beschichtung sorgen dafür, dass die Portionen am nächsten Tag frisch und zeitgenau erwärmt zum Patienten kommen. In den Tellerböden entsteht Wärme, weil die Tabletthalter in den Rollcontainern mit Induktionsspulen ausgerüstet sind. Sie erzeugen wechselnde magnetische Felder, wodurch sich das beschichtete Geschirr erhitzt. Die Roboterwagen transportieren die Hightech-Container noch bis zur Station, dann übernimmt wieder das Klinikpersonal. Doch auch Essensausgabe und Patiententransport könnten die Roboter leisten. Prof. Klaus Höffken, Ärztlicher Direktor "Das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, dass wir so etwas machen, dass der Patient dann für Rollos. Wie manchmal auf Flughäfen, wo man dann orientierungslos herumirrt, bis man den richtigen Terminal gefunden hat. Das werden wir im Krankenhaus nicht haben. Das sind Menschen, denen geholfen werden muss. Wir haben einen sozialen Beruf und da endet das." Rund 700 Patiententransporte fallen hier jeden Tag an, doch das macht man in Jena auch weiterhin zu Fuß.

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