wissen.de
Total votes: 0
VIDEO

Roms Unterwelt

Rom ist besonders und einmalig - ein Mythos der bis heute lebt. Doch das antike Erbe der Stadt ist in Gefahr. Das "Vittoriano" ist nur eines der Sorgenkinder. Überall Risse im Gestein, dass Gebäude senkt sich ab. Immer wieder sind Rettungsmaßnahmen erforderlich.  Jetzt soll Rom eine neue U-Bahn bekommen, Statikerin Michele Jamiolkowski rechnet mit dem Schlimmsten: "Wir erwarten, das sich das Monumentum mindestens 10 mm absenken wird, es ist klar, dass wir eingreifen werden um größere Schäden zu vermeiden." Den Grund für die absinkenden Gebäude vermuten die Stadtplaner im Untergrund Roms.  Ein Expeditionsteam tastet sich entlang des dunklen Tuff - Gewölbes der  "Kloaka Maxima;" sie ist seit 2500 Jahren Teil der römischen Kanalisation.  Nur ein paar Meter unter der Stadt befindet sich eine Parallelwelt, deren Ausmaße bislang niemand kennt. Die Höhlenforscher wollen mit GPS und Kompass das Labyrinth erkunden und vermessen. Ihr Ziel: Eine möglichst genaue Karte. Unbekannte Hohlräume sind sehr gefährlich für die monumentalen Bauwerke darüber. Der Schaden, wenn sie einstürzen würden - wäre nicht auszudenken. Auch solche Kleinode sind unter den Füßen der Römer verborgen.  Während sich die Kollegen im Untergrund vorantasten, versuchen Ingenieure ihr Glück von oben: Mittels Elektroden leiten sie elektrischen Strom in den Boden, die Leitfähigkeit verrät einiges über die Beschaffenheit des Untergrundes. Hohlräume lassen sich leicht erkennen, denn Luft ist ein schlechter Leiter. Immer wieder stoßen sie auf ganze Höhlensysteme, denn der Untergrund Roms gleicht einem Schweizer Käse. Und auch heute erregt eine Bodenprobe ihre Aufmerksamkeit. Es ist Puzzolan, die alten Römer nutzten dieses Gestein zur Herstellung von Zement. Es ist der Stoff, der Rom bis heute zusammenhält.  Mit einer Videokamera wollen sie jetzt die Bohrstelle näher erkunden. 3 Meter tief, das Bild verändert sich, dass Bohrloch wird breiter. Die Kamera blickt in völlige Dunkelheit. Was hat das zu bedeuten? Die Experten haben eine Vermutung, die alten Römer haben Puzzolan unter Tage abgebaut. Mit ihrer Sondierung sind sie genau in einem der historischen Stollen gelandet. Sie sind einem gigantischen Höhlensystem auf die Spur gekommen. Die Höhlen könnten einsacken und die Häuser darüber gleich mit.   Nur der Abstieg in die Tiefe kann Klarheit bringen. Sie müssen das Labyrinth  vermessen. Die Forscher sind sich einig:  Man könnte die Höhlen mit Zement auffüllen -  damit wäre die Gefahr gebannt. Die Höhlenforscher werden die letzten sein, die diese historischen Stollen zu Gesicht bekommen. Denn bald werden sie der Zukunft der Stadt zum Opfer fallen.

Total votes: 0