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Saigon

Seit Vietnam sich geöffnet hat, staunt die Welt über Saigon. Eine Stadt, die süchtig ist nach Zukunft und Geschäft. 3,5 Millionen Touristen kamen Jahr für Jahr hierher. Erwartet werden sie von einer Armada von Fahrrad-Rikschas. Eine bequeme Art für Urlauber die acht Millionen Metropole kennen zu lernen. Saigon ist die größte Stadt Vietnams und heißt offiziell Ho-Chi-Minh-Stadt, benannt nach dem Revolutionär und Staatsgründer des Landes. Doch alle nennen sie Saigon. Das Wahrzeichen der Stadt ist das Hon Da - das rasende Moped. Der Verkehr hier ähnelt einem Auto-Skooter auf zwei Rädern - es gilt nur eine Regel: Niemals bremsen. Erst Mitte der 80er Jahre kehrte in Saigon die Moderne ein. Durch die Liberalisierung der Wirtschaft verwandelte sich die Stadt in rasender Geschwindigkeit zum Handels-und Wirtschafts-Zentrum Vietnams. Halsbrecherische Überholmanöver, Raser und Geisterfahrer - nach der Methode "Augen zu und durch" haben die Touristen in den Rikschas das Chaos überlebt. Jetzt stürzen sie sich in das nächste Durcheinander: den riesigen Markt von Cau-Ong. (gespr.: Cho Lon) Das chinesische Viertel ist der älteste erhaltene Teil Saigons. Den Vietnamesen zufolge gibt es nirgendwo sonst in ihrem land so viele Geschäfte wie hier. Auf dem Großmarkt wird an unzähligen Ständen rund um die Uhr gehandelt und es gibt nahezu alles: Von Räucherstäbchen über Töpferwaren und Schmuck bis hin zu Lebensmitteln jeglicher Art. Der erfahrene Urlauber weiß, dass er einen empfindlichen Magen hat und besser nichts Rohes vom Straßenrand essen soll. Deshalb wagen sich nur die Tapfersten an einen kulinarischen Leckerbissen. Es gibt in dünnes Reispapier eingewickelte Frühlingsrollen mit Krabben und Sojasprossen. Vorsicht ist gut, aber Probieren ist besser. Asienkenner Holger Hommel aus Deutschland macht anderen Touristen Mut. Holger Hommel, Tourist "Wir stehen das durch, sagen wir mal so. Es ist ok, also ich denke, es sollte ok sein. Aber so ein bisschen Gefahr ist ja beim Reisen immer mit dabei." Der Magen des Weltenbummlers ist trainiert, und der von Herrn Nielsen bereit für ein Abenteuer...mit hoffentlich gutem Ende. "Also ich bin ein Mensch, der alles ist, was man kriegen kann. Ich habe auch hier probiert, das schmeckt hervorragend und diesen Kontrast zwischen Deutschland und diesem Markt hier finde ich absolut Spitze." Ob Frühlingsrollen oder Zweiradflitzer - für alles haben sie hier Talent. "Die Stadt schläft nicht, die Stadt bewegt sich. Es geht 24 Stunden. Rund um die Uhr ist Tempo da. Die Leute wollen nicht mehr nach hinten schauen. Nach vorne schauen - das ist Saigon. Und das macht Saigon einmalig in dieser Welt." An Ho Chi Minh denkt hier kaum noch jemand. Die Bewohner Saigons sind viel zu beschäftigt mit ihrem Drang nach Fortschritt. Unter sozialistischer Flagge herrscht hier schon längst das Kapital. Aus einem ehemaligen Schauplatz von Krieg und Hunger, sind Industriestadt und Finanzzentrum entstanden. In Saigon wird gehandelt - auch mit frischer Kokosmilch.

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