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Samba - Tanz der kleinen Leute

Der Samba ist der Tanz Brasiliens. Wer dabei aber nur an zart bekleidete Frauen mit übergroßen Federhüten denkt, der irrt. In der ursprünglichen, ländlichen Version des Tanzes tragen die Frauen weiß-bunte Trachten und höchstens ein Kopftuch. Diese Form des Sambas nennt man den "Samba da Roda", was so viel wie Kreistanz bedeutet. Der Samba da Roda ist in Cachoeira, im Bundesstaat Bahia, entstanden. Die Gemeinde ist eng mit der Geschichte der Sklaverei verbunden. Der Samba ist daher der Tanz der kleinen Leute. Er ist Ausdruck der afro-brasilianischen Kultur und nur in Bahia so ursprünglich geblieben. Der Samba da Ronda gilt als Urform des Sambas und wurde von der UNESCO zum "Meisterwerk der Menschheit" erklärt. Dalva Damiana de Freitas ist die ungekrönte Sambakönigin Cachoeiras. Bei Dona Dalva lernen alle kleinen Mädchen des Ortes, wie man den Samba da Roda tanzt. Und auch, wie man die Klanghölzer spielt oder besser schlägt. Beim Samba sind die Klanghölzer das Instrument der Frauen. Ursprünglich waren die Klanghölzer ein Werkzeug der Zigarrenmacherinnen. Cachoeira liegt in Mitten eines großen Zuckerrohr- und Tabakgebietes. Hier wächst zum Beispiel der "Flor de Brasil", eine der besten Tabaksorten weltweit. Auch Dona Dalva arbeitete mit 30 anderen Frauen in einer Tabakmanufaktur. Sie gründete vor vielen Jahrzehnten eine Sambabetriebsgruppe und bewahrte so den traditionellen Tanz. In Cachoeira lebt der Samba da Roda noch immer. Schon die ganz Kleinen wachsen damit auf. Die hübsch ausstaffierten Mädchen lernen die richtigen Sambaschritte, lange bevor sie mit Rechnen oder Schreiben beginnen. Sie wissen noch nichts über die Sklaverei und ihre afrikanischen Wurzeln - aber vielleicht spüren sie doch, dass der Samba da Roda Ausdruck ihrer ureigenen Geschichte ist. Samba ist mehr als nur ein Tanz. Der Samba ist die Seele der afro-brasilianischen Kultur.

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