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Schwarzes Gold

Sieben Kilometer vor der Küste im norddeutschen Wattenmeer. Hier liegt die künstlich errichtete Bohrinsel "Mittelplate." 50 Millionen Euro wurden in neueste Bohrtechnik investiert. Der Platz für die Bohrinsel ist nicht zufällig gewählt: Experten schätzen, dass unter der Anlage etwa zwei Drittel des Deutschen Ölvorkommens in der Tiefe schlummern. Damit die Erde das schwarze Gold freigibt, ist eine ausgefeilte Technik gefragt: Antrieb und Hebewerk sind so leistungsstark, dass der Bohrradius von ursprünglich 4 auf bis zu 8 Kilometer ausgedehnt werden kann. Das soll für Rekordquoten sorgen. Wo genau der Rohstoff liegt und wie groß die Reserven sind, wurde zwar im vor hinein aufwendig analysiert. Die Ölsuche ist für die Männer aber trotzdem auch immer eine Geduldsprobe: Uwe Balasus-Lange, Leiter Untertagetechnik "Wir stochern letztlich im Dunkeln. Wir wissen zwar aufgrund von Voruntersuchungen, der Seismik und der Geologie und den Erfahrungen, die wir schon abgeteuft haben, was uns erwartet in etwa, aber reingucken können wir in aller Regel nicht.." Die Bohrproben aus "Mittelplate" werden in Wietze bei Hannover untersucht. Der Chemiker sieht sich heute eine Probe aus 2500 Metern Tiefe an. Das Erdöl lagert nicht in unterirdischen Seen sondern versteckt sich in den Poren des Gesteins. Erst unter dem Mikroskop gibt der Stein sein Geheimnis preis. Als Faustregel gilt: Je geringer der Wassergehalt, desto höher die Qualität und der Preis des Rohöls. Die Analysen aus Wietze bestätigen, dass mit der neuen Anlage hochwertiges Öl gefördert werden kann. Das ist eine gute Nachricht für die Männer auf der Bohrinsel. Aber die neu entwickelte Fördertechnik muss sich erst im Dauerbetrieb bewähren. Uwe Balasus-Lange, Leiter Untertagetechnik "Es ist einfach so, dass wir mit dieser Bohranlage und mit diesen technischen Herausforderungen, die diese neuen Bohrlöcher, diese weit abgelegten Bohrlöcher an uns stellen, einfach auch technisch immer wieder an die Grenzbereiche kommen." Auf Mittelplate ist alles auf Effizienz getrimmt: Mit einer ausgefeilten Technik soll mit nur einer Bohrung das Öl aus zwei unterschiedlich tiefen Schichten erschlossen werden. Die Ölströme werden in getrennten Leitungen im Rohr transportiert und laufen erst weiter oben in einer Art Ventil zusammen. Bislang musste man die einzelnen Reservoirs nacheinander fördern - und das im Abstand von mehreren Jahren. Die Männer auf der Bohrinsel "Mittelplate" halten die Luft an. Sie arbeiten mit einer hocheffizienten aber auch hochsensiblen Technik. Doch bislang arbeiten die Maschinen reibungslos. Eine glänzende Zukunft für die Bohrinsel "Mittelplate" scheint gesichert, denn das schwarze Gold fließt in Strömen.

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