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SkySails

Hier wurde eine Idee geboren, die der Frachtschifffahrt neue Wege aufzeigt. Der Erfinder Stephan Wrage hatte seinen Geistesblitz beim Drachenfliegen und erntete dafür erst einmal nur Ablehnung und Widerstand. Stephan Wrage, Erfinder SkySails "Das Wort Spinner war am Anfang noch ein Lob, also da vielen auch noch andere Worte, es ist natürlich eine sehr große Vision und es scheint so zu sein, dass je größter die Vision, je größer auch der Widerstand ist." Die Idee des Wirtschaftsingenieurs: Ein Lenkdrache als Zugmaschine für Frachtschiffe. Erste Tests waren überzeugend genug, um eine Bremer Reederei mit ins Boot zu holen. Nach Versuchen mit immer größeren Drachen und Schiffen, der Test auf hoher See. Der Zugdrache soll den Frachter Beluga bis nach Venezuela ziehen. Natürlich nicht allein. Kapitän Heldt hat auch noch den Schiffsdiesel in petto. Der moderne Kite soll durch den Wind die Zugkraft verstärken. Der Vorteil: Wind kostet nichts und mit dem Drachen lässt sich einiges an Treibstoff sparen. Geschäftsführer SkaySails: "Also vor 5 bis 7 Jahren wäre ein System dieser Art noch nicht möglich gewesen, weil es bestimmte elektronische Komponenten noch nicht gegeben hätte, was Trägheitsnavigation angeht oder auch bestimmte Materialien, was den Kite angeht. Das ist also relativ neu alles." Das "Sky Sail" zu steuern ist eine der größten Hürden. Die Lösung dafür: Ein Autopilot, der Kite und Frachter in Richtung Zukunft lenkt. Stephan Wrage, Erfinder SkaySails: "Es ist natürlich ein riesengroßes Abenteuer. Für mich war immer klar, dass sich lohnt diese Anstrengung auf mich zu nehmen, denn wir haben hier zwei Themen. Wir haben einmal den ganz klaren Zusammenhang, dass Wind billiger als Öl ist und wir wissen, dass die alten Ägypter und im Mittelalter sind die Schiffe nur mit Wind gefahren." Ein 15 Meter langer Teleskopmast wird ausgefahren. Durch Öffnungen im Segel bläst der Wind den Drachen auf. Nun nimmt er seine Form an, fertig zum Start. Trotz aller Elektronik bleibt die seemännische Erfahrung unersetzlich. Kapitän Lutz Heldt"Man macht die Reise immer in zwei Richtungen, einmal hin und einmal zurück. Es kann einem passieren, dass auf der einen Reise überhaupt nichts passiert, gar kein Wind ist oder zuviel Wind ist. Und dafür es auf der Heimreise optimaler wird." Der Autopilot besteht die Feuerprobe auf hoher See. Wie geplant versetzt er den Drachen in eine dynamische Flugbewegung, um möglichst hohe Anströmgeschwindigkeiten zu erzielen. Der Kite fliegt wie geplant 8-en und erreicht so die vierfache Zugkraft, als wenn er feststehen würde. Geschäftsführer SkaySails:"Das spannende daran ist, man hat ein bisschen was von der Luftfahrt, man hat ein bisschen was von der Seefahrt. Wir haben sehr starke Komponenten der Elektronik, der Software da drinnen. Also das ist eigentlich ein guter Mix, von jedem etwas." Der Lenkdrachen hat seine Feuerprobe bestanden. Eine halbe Million Euro soll das Skysail-System kostet. Eine Menge Geld, das bei der erhofften Spritersparnis von bis zu 35 Prozent aber schnell wieder drin wäre.

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