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So macht man... Filzstifte

Filzstifte - in jeder nur denkbaren Farbe gibt es sie und sie sind aus keinem Kinderzimmer mehr wegzudenken. Dabei wissen nicht nur Kinder die besonderen Eigenschaften der Filzer zu schätzen. Filzstifte leisten wertvolle Dienste in tausenden Büros. Viele Künstler vertrauen auf die kräftigen Farbstifte, die nicht verschmieren. Aber wie werden diese bunten Alleskönner eigentlich hergestellt? Zuerst werden die bunten Hüllen hergestellt, kleine Rohre aus farblosem Kunststoffgranulat, das mit Farbstoffen schön bunt wird. Auch die Kappen und die anderen Einzelteile aus Plastik werden so in der gewünschten Farbe hergestellt. Dafür wird das geschmolzene Kunststoffgranulat mit dem Farbstoff gemischt und in Stift- oder Kappenform gepresst. Markus Horn, Verfahrenstechniker: "Der Schaft besteht aus Polypropylen, ideal für unsere Schreibgeräte: Er fasst sich warm an und ist relativ biegsam." Mit einer großen Druckmaschine werden die Stiftschäfte anschließend beschrieben. Schließlich soll jeder wissen, wer die guten Stifte produziert hat. Und auch, dass jede Farbe ihren ganz besonderen Namen hat. Bevor die Druckfarbe mit dem Siebdruckverfahren aufgedruckt werden kann, müssen die Plastikschäfte stark erhitzt werden - sonst würde der Aufdruck nicht richtig halten. Und das muss er. Denn schließlich können Kinderhände so einem Stift ganz schön zusetzen. Spezielle Qualitätstests prüfen die Haltbarkeit des Drucks. Willi Knist, Linienleiter: "Eine synthetische Lösung, die wir auf diesen Stift auftragen und dann schauen, ob sich Farbpartikel ablösen (tun). Und diese Flüssigkeit verfliegt dann sehr schnell und wir wissen dann, dass diese Farbe trocken ist, dass diese Farbe hält, dass es keinen Absatz von Farbe gibt. Nachdem die Druckfarbe ausgehärtet ist, können die verschiedenen Einzelteile zu einem kompletten Filzstift zusammengebaut werden." Neben der harten Plastikhülle gehört dazu auch der weiche Kern des Stiftes: Dieser besteht aus einem Tintenspeicher und einer Malspitze. Sie stellen sozusagen das lebendige Innenleben des Filzers. Eine spezielle Maschine spritzt ca. 1,5 Gramm Tinte in die Tintenspeicher. Für die verwendete Tinte gelten dabei ganz besondere Vorschriften: Rudolf Löhner, Linienleiter: "Pitpan können auch Kinder einsetzen und verwenden und da darf es natürlich nicht giftig sein. Im Grunde kann man die Tinte trinken. Ich möchte es natürlich heute nicht machen, weil, ja, es ist nicht unbedingt gut, wenn die Zähne dann so ausschauen. Die Tinte wird daher ständig im Labor untersucht." Aber nicht nur die gesundheitliche Unbedenklichkeit ist ein Kriterium bei der Kontrolle im Labor. Auch bestimmte Qualitätsstandards der Tinte müssen gewährleistet sein. Jochen Griesheimer, Chemiker: "Das heißt, wir fordern eine hohe Lichtechtheit, eine hohe Haltbarkeit, einen gleichmäßigen und harmonischen Auftrag. Und um das alle sicherzustellen, müssen wir logischerweise die Tinten vor der Verwendung in der Fertigung noch einmal prüfen." In der Endmontage werden die Stiftspitzen eingebaut. Dann fehlen nur noch die Verschlusskappe und der Stopfen - fertig. Sieht eigentlich ganz einfach aus. Kaum ein Kind ahnt wohl, wie viel Arbeit und Know How in einem hochwertigen Filzstift stecken.

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