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So macht man... Mähdrescher

600 PS stark und 35 Tonnen schwer - wahre Ungetüme bewegen sich zur Erntezeit über die Felder. Bis zu 70 Tonnen Getreide können sie in einer Stunde ernten. Genug um eine ganze Großstadt mit frischem Brot zu versorgen. Und: die Kraftprotze sind wahre Alleskönner. Ob schneiden, sieben, häckseln oder dreschen: die Hightech-Fabrik auf Rädern macht alles gleichzeitig. Hier werden die Mähdrescher zusammengeschraubt: Aus über 7500 Bauteilen. Und die werden über eine 12 Kilometer lange Produktionsstraße zu ihrem jeweiligen Bestimmungsort gebracht. Aber zuerst müssen alle in einem speziellen Tauchbad chemisch vorbehandelt werden - und kommen dann in die Lackiererei. Auf einer mehrere hundert Meter langen Montagelinie setzen Arbeiter die Bauteile dann per Hand zusammen. Den Anfang macht der Unterboden - hier werden später die Getreidekörner von der Spreu mit Hilfe von Druckluft getrennt. Wilfried Vorhoff, Produktmanager: "Hier wird die Spreu vom Weizen getrennt, im wahrsten Sinne des Wortes. Was in der Maschine erst relativ spät passiert, passiert hier in der Montage quasi zuallererst, wir bauen also von innen nach außen oder von unten nach oben den Mähdrescher auf." Insgesamt dreißig Stationen durchläuft der Mähdrescher, bevor er fertig zusammengebaut ist. Mit dicken Schrauben werden Bleche über der Dreschtrommel befestigt. Wilfried Vorhoff, Produktmanager: "Die Dreschtrommel ist das absolute Herz des Mähdreschers, da passiert das, was den Mähdrescher zum Mähdrescher macht, da wird das Getreide ausgedroschen. Das passier durch eine sehr schnell drehende Trommel die dann durch ihre Schlagleisten das tut was früher die alten Landwirte mit den Dreschflegeln durchgeführt haben, die Funktion ist letztlich die Gleiche, nur eben dass sehr viel mehr Menge in sehr viel weniger Zeit gedroschen wird und damit die Leistungsfähigkeit enorm gestiegen ist." Leistungsstärke - die verdankt der Mähdrescher seinem riesigen Motor. Der nämlich hat 600 PS und 16 Liter Hubraum. Ein Kraftprotz unter den landwirtschaftlichen Maschinen. Und um den zu steuern, braucht man ein richtiges Cockpit - das ein bißchen an ein Flugzeug erinnert. Wilfried Vorhoff, Produktmanager: "Das Umfeld haben außer Mähdrescherfahrern sonst nur Flugzeugpiloten, wir haben hier also ein Cockpit oder eine Kabine, absolut vollgesteckt mit Hightech, und einfach dafür ausgelegt, um dem Fahrer auch lange Erntetage so angenehm wie möglich zu gestalten."Um die 35 Tonnen Gewicht zu tragen, bekommt der Mähdrescher extra dicke Reifen. Und die bringen ihn auch bei schlechtem Wetter im Getreidefeld gut voran. Danach wird das Greifwerkzeug angebracht. Wilfried Vorhoff, Produktmanager: "Der Schriebförderer, auch wenn er hier ein bisschen unspektakulär aussieht, hat die Aufgabe oder hat eigentlich eine ganze Reihe von Aufgaben. Zum Einen trägt er das Schneidwerk. Das wird hier später angebaut an die Zylinder die man da oben erkennen kann, und das ganze Getreide, das über die gesamte Schneidwerksbreite abgemäht worden ist, also über die neun oder teilweise noch mehr Meter wird dann durch diese Öffnung in den Mähdrescher transportiert." Jetzt ist der Mähdrescher fast fertig. Zum ersten Mal wird der Motor gestartet. Jetzt darf der Mähdrescher zeigen, was er zu leisten imstande ist. Wilfried Vorhoff, Produktmanager: "Im Prüfstand wird die ganze Maschine im wahrsten Sinne des Wortes auf Herz und Nieren geprüft, das heißt Hydraulikdrücker, Temperatur, Drehzahl, also alle Aggregate der Maschine werden einmal an ihre Belastungsgrenze gebracht, auf die maximale Drehzahl oder die maximale Temperatur gebracht." Keine Unregelmäßigkeiten entdeckt, alles einwandfrei. Dann kann das Fahrerhäuschen und die Blechverkleidung angebracht werden. Erst dann sieht der Mähdrescher wirklich aus wie ein Mähdrescher. Wilfried Vorhoff, Produktmanager: "Hier in der Endmontage erhält der Mähdrescher sein finales Aussehen. Hier wird also alles das angebracht, was hinterher von außen zu sehen ist, die Kabine, Seitenklappen, abdeckungen, Beschriftungen etc., also alles das, was hinterher die Optik ausmacht, man könnte sagen, die Kosmetik des Mähdreschers." Achtzig Stunden dauert es, bis der Mähdrescher zusammengebaut ist, dann kann's endlich losgehen. Langlebig ist so ein Ungetüm. Hunderttausende Tonnen Getreide erntet so ein Mähdrescher im Schnitt in seinem bestenfalls jahrzehntelangen Maschinenleben.

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