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So macht man... Wasserhähne

Tagtäglich benutzen wir ihn ganz selbstverständlich. Und wenn er seine Dienste vorbildlich und zuverlässig verrichtet, denken wir wohl gar nicht weiter über ihn nach: der Wasserhahn. Drehventile, wie wir sie von früher kennen, werden heute immer mehr von Wasserhähnen mit einer Hebelfunktion abgelöst. Damit lässt sich die Temperatur komfortabler regulieren. Bis so ein Wasserhahn aber funktionstüchtig ist, muss einiges passieren. Das erste Material, das bei der Produktion verarbeitet wird, ist Sand. Davon ist später im Badezimmer aber zum Glück nichts mehr zu sehen. Denn der Sand wird gebacken und soll die Hähne in die richtige Form bringen. Das "Sandkerngebäck" dient als Schablone, die später mit flüssigem Metall übergossen wird. Für das flüssige Metall werden verschiedene Rohstoffreste aus vergangenen Produktionen geschmolzen: Kupfer, Kupferaluminium und Messingspäne verschmelzen so bei 1040°C miteinander. Nach 20 Minuten ist die heiße Metallsuppe bereit zur Verarbeitung. Die weiteren Schritte laufen voll automatisch: die brodelnde Metallflüssigkeit wird zur nächsten Maschine transportiert und dort abgefüllt und auf die fertig gebackenen Sandkerne gegossen. Diese haben zuvor eine glatte Oberfläche bekommen. "Ich habe mit Druckluft die Sandreste, die beim Einlegen entstehen, weggeblasen. Weil die sonst später auf der Oberfläche als Löcher zu sehen wären. Dann wären die Teile Schrott."Der Sandkern ist also glatt, im Inneren der Maschine schießt das flüssige Metall nach oben, umschließt den Sand und heraus kommen die Wasserhahn-Rohlinge. Die sind immer noch mit Sand gefüllt. Da das Metall jetzt aber fest und stabil ist, rüttelt und schüttelt ein Fließband so lange, bis alle Sandkörner aus den Wasserhähnen entfernt sind. "So, jetzt können Sie hier schön sehen, dass der Hohlraum rausgetrommelt worden ist, also der Sand und die Armatur halt jetzt ist und das Wasser fließen kann."Bis das Wasser fließen kann, werden die Hähne erst noch auseinander gesägt. Dann wird geschliffen, gebohrt und poliert, bis die Hähne blitzblank sind. In verschiedenen Bädern bekommen sie dann noch ihre richtige Farbe. "Erstmal werden die Silber, weil wir die jetzt hier vernickeln. Daraufhin haben wir eine sehr schöne Oberfläche, wo man auch wirklich keine Fehler mehr drauf erkennen darf. Und danach werden die Teile dann nochmal verchromt, weil Nickel eine Eigenschaft hat, was ein sehr weiches Material ist und bei dem verchromen wird es also nochmal verhärtet das Material, bekommt eine schöne bläuliche Farbe und es dient hauptsächlich auch dem Korrosionsschutz."Jetzt fehlt nur noch das Herzstück eines jeden Wasserhahns: die Kartusche. Sie besteht aus 17 Einzeleilen und mit ihr können wir später die Temperatur des Wassers regulieren. "Die Kartusche funktioniert folgendermaßen: Sie haben die Möglichkeit, mit dem Hebel der Armatur das Mischwasser zu regeln. Das heißt, sie können mit dem Hebel bei Linksanschlag komplett heißes Wasser erzeugen und mit dem Anschlag auf der rechten Seite kaltes Wasser und mit der Mittelstellung Mischwasser."Der Einbau der Kartusche dauert nur wenige Sekunden, danach wird noch der Hebel montiert. Jetzt ist der Wasserhahn fertig fürs Badezimmer und kann dort die nächsten Jahre treu und scheinbar selbstverständlich seine Dienste verrichten.

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