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Sprengung unter Tage

Das Kaliwerk Wintershall an der Werra ist eines der größten Kalibergwerke der Welt. Tief im osthessischen Untergrund fördert man hier täglich 70 Tausend Tonnen Rohsalz. Klaus Pietzko von der Grubenkoordination ist auf dem Weg zu einer Sprengung in 1.200 Metern Tiefe. Für die Männer, die hier arbeiten, eine echte Belastungsprobe. Atmosphärisches Gespräch kurz freistehen lassen. "Na, alles klar bei Dir? Läuft wie geschmiert heute. Wie weit bist Du? Kurz vor Ende, 6 Loch noch, halbe Stunde, fertig."nBereits die Vorkehrungen für eine Sprengung sind heikel. Der Grund: Vor über 60 Millionen Jahren wurde durch die Vulkanaktivität Kohlensäure im Gestein eingeschlossen. Das Gas steht unter hohem Druck und entweicht beim Anbohren explosionsartig, wie beim Öffnen einer Sprudelflasche. Die Salzbrocken können so zu gefährlichen Geschossen werden. Erkundungsbohrungen sollen Schlimmeres verhindern: Die Bohrkerne werden später im Labor untersucht. So lassen sich CO2- Blasen orten und die Verläufe der Kali-Lagerstätte bestimmen. Klaus Pietzko Grubenkoordinator: "Wenn wir jetzt durch Bohrarbeit oder Sprengarbeit eine solche CO2 Blase anfahren, wird das CO2 freigesetzt. Und das kann auch bei dieser Bohrung passieren, deshalb haben wir CO2 Sensoren, dass wir sofort reagieren können. Da steht ein Fluchtfahrzeug bereit, dass die Leute sofort flüchten können." Erst wenn die Lage geklärt ist, kommen diese riesigen Bohrwagen zum Einsatz. Sie bohren die Sprenglöcher. Der Bergmann gibt die Art der Bohrungen vor und entscheidet so, wie gesprengt wird.An einem virtuellen Bedienstand können angehende Bergleute das komplizierte Handling üben. Virtuelle Fehler können wieder korrigiert werden. Es kommt darauf an, genau dem Verlauf der Kalilagerstätte zu folgen und möglichst wenig Steinsalz mit zu fördern. Die Ausbildung im Simulationslabor dient der effizienteren Förderung. Sind die sogenannten Führungsbohrlöcher gesetzt, bestimmt ein Computerprogramm den weiteren Bohrweg über die Sprenglöcher. Vollautomatisch und präzise. Sind 60 Löcher gebohrt, werden sie mit Sprengstoff verfüllt. Und verkabelt. 450 Kilogramm Sprengstoff liefern rund eintausend Tonnen Salz. Um einen optimalen Ertrag zu erhalten, wird die Zündung computergenau gesteuert. Erst wenn alle Bergarbeiter die Grube verlassen haben, können die Sprengungen ausgelöst werden. Zentral von der Grubenwarte aus.Die Sprengladungen werden im Viertelsekunden-Takt gezündet, um das Nachrutschen des Salzes zu ermöglichen. Durch die Detonationen lockert sich tonnenschweres Gestein. Der Ertrag der Bergleute für heute.

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