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Starke Frauen: Helifarming

Neuseeland, in der Nähe von Queenstown. Seit Generationen das Land der Farmreviere und das der Farmer. Doch hier zeigt sich eine Trendwende: Immer mehr Frauen übernehmen das Ruder auf den Farmen. Sharon, die Schäferin, hat mal Küchen verkauft, aber das war ihr zu langweilig. Als Farmangestellte hält sie jetzt im Winter im Tal die Herde zusammen und treibt sie im Frühling über die Berge. "Farmerinnen, die draußen angepackt haben, gab es in Neuseeland vor ein paar Jahren so gut wie keine. Heute ist es ein Trend. Frauen sind auch bei uns nicht mehr nur für die Küche und Hausarbeit da. Frauen haben heute auch ihre Karriere im Kopf. Viele Mädchen sind auf Farmen aufgewachsen und wollen genau das jetzt selbst in die Hand nehmen. Es ist aufregend, den ganzen Tag in der Natur zu sein. Berge hoch, Berge runter. Mädchen können sich auch die Hände dreckig machen. Wir hatten zuletzt eine Premierministerin in Neuseeland. Und wenn eine Frau ein Land regieren kann, warum sollte sie es nicht auch mit einer Farm können." Die zähen neuseeländischen Schäferhunde helfen dabei. Ihnen ist auf der Südinsel sogar ein Denkmal gesetzt. Aber die internationale Nachfrage ist zurückgegangen. So viel Geld wie früher lässt sich mit den Schafen nicht mehr verdienen. Deshalb rüsten viele Bauern um auf Rotwild. Wie die Jewings. Sie besitzen eine der größten Hirschfarmen des Landes. Auch bei den Methoden der Bewirtschaftung gehen sie mit der Zeit. Alex Jewing hat den Helikopterflugschein gemacht. Die Farmerin setzt das Fluggerät ein wie früher den Traktor. "Wir kontrollieren die Tiere von Zeit zu Zeit aber ansonsten lassen wir sie allein hier oben bis zum nächsten Herbst. Dann werden sie sortiert, gewogen, verkauft." Farmwild aus Neuseeland. Auch als Weihnachtsbraten. Deutschland ist einer der größten Abnehmer. Viele Farmen auf der Südinsel Neuseelands werden von starken Frauen wie Alex geführt. "Die perfekte Farmfrau ist für mich eine, die sich vor Überstunden und Dreck nicht scheut. Die tut, was die Männer tun, und natürlich Bier trinken können muss." Wenn Alex ihre Ländereien abgeflogen ist, erwartet sie noch die Buchhaltung und später kocht sie für die ganze Familie. Es gibt eben Dinge, die ändern sich auch in Neuseeland nicht.

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