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Tibet

Tibet, ein Hochland in Zentralasien. 1950 marschiert hier Chinas kommunistische Volksbefreiungsarmee ein, der Dalai Lama und die tibetische Regierung müssen fliehen. 1965 gründet Peking die Autonome Region Tibet als Verwaltungseinheit der Volksrepublik China. Gebiete im Norden und Osten des tibetischen Kulturraums werden an chinesische Nachbarprovinzen angegliedert. Der Machtwechsel scheint für immer vollzogen. Der Dalai Lama und seine Anhänger leben seither im Exil in Indien. Seine Heiligkeit setzt sich weiterhin intensiv für die Belange seines Volkes ein. Dadurch gilt er China als Staatsfeind Nr.1. Sein größter Schutz sind deshalb nicht etwa bewaffnete Sicherheitskräfte, sondern eine Weltöffentlichkeit, die hinter ihm steht. Dalai Lama: "Ich verstehe mich als freier Sprecher des tibetischen Volkes. Die Flüchtlingsgemeinde ist nur ein kleiner Teil, die Mehrheit in Tibet sind unsere Herren. Deren freier Sprecher bin ich." Der Dalai Lama ruft beide Seiten immer wieder zur Mäßigung und Gewaltlosigkeit auf. Aber nicht alle seine Anhänger in Tibet oder anderswo hören auf seien Ermahnungen. Viele halten vielmehr die Zeit für gekommen, sich gegen China mit Gewalt aufzulehnen. Besonders die jungen Tibeter protestieren und randalieren. China reagiert. Vor allem an Jahrestagen wird die Provinz abgeriegelt, Journalisten haben keinen Zutritt. Der Dalai Lama fordert ein Großtibet, das heißt, eine Region mit kultureller Autonomie innerhalb des chinesischen Territoriums. Die chinesische Regierung befürchtet dagegen eine Aufweichung der Grenzen. Yang Jiechi, Außenminister Volksrepublik China: "Auf Seite des Dalai Lama beansprucht man immer noch ein Viertel des chinesischen Territoriums, um dort ein sogenanntes Großtibet zu errichten. Sie wollen das chinesische Militär und alle anderen Nationalitäten von dort vertreiben. So jemanden nennen Sie einen religiösen Führer?" China setzt auch auf Propaganda. Internetseiten und Ausstellungen zeigen, dass China Freiheit und Wohlstand nach Tibet gebracht hat. Diese Form der Politik ist zumindest gewaltfrei.

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