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Unterschätzte Gefahr im Essen - Geschmacksverstärker und Co.

Ist die Auswahl unserer Speisen reine Geschmackssache oder greifen wir nach den Lebensmitteln, die unser Körper braucht? Das wollten Ärzte mit einer Studie an Kindern im Vorschulalter herausfinden. Wochenlang durften die Kleinkinder selbst bestimmen was sie essen. Sie hatten die freie Entscheidung und griffen ordentlich zu. Doch die Auswahl überraschte die Ärzte: Bereits nach ein paar Tagen ernährten sich die Kinder ausgewogen, so wie es uns angeboren ist. Doch warum verliert der Mensch im weiteren Leben diesen Ernährungsinstinkt? Kann es sein, dass wir auf bestimmte Geschmacksvorlieben geprägt werden, denen wir dann ein Leben lang nicht mehr widerstehen können? Unsere Geschmacksvorlieben sind uns zum Teil angeboren, viele nehmen wir auch mit der Muttermilch auf, die je nach Speiseplan der Mutter immer ein wenig anders schmeckt. Die Flaschenkinder hingegen bekommen jeden Tag die gleiche Ersatzmilch, diese wurde bis vor zwei Jahren zur Geschmacksverbesserung noch mit Vanille versetzt. Ist die Geschmacksvorliebe der Flaschenkinder die letzten 20 Jahre mit dem Vanillegeschmack manipuliert worden? Ein Münchner Sensorikunternehmen überprüfte mit Hilfe eines Lebensmittelchemikers ob ehemalige Flaschenkinder tatsächlich alle Vanillefans sind. Die Studie wurde an 130 Jugendlichen und Erwachsenen durchgeführt. Die Probanden bekamen Ketchup vorgesetzt. Die beiden Proben unterschieden sich nur dadurch, dass der einen Vanillin zugesetzt war. Das Ergebnis bestätigt die Annahme: Ehemalige Flaschenkinder bevorzugten die Vanillevariante viermal so häufig. Der Geschmack kann also künstlich geprägt werden, eine Erkenntnis, die sich besonders gerne Lebensmittelhersteller zu Nutze machen. Doch die künstlichen Aromastoffe sind eine echte Gefahr für den Körper: Sie täuschen Zutaten vor, die gar nicht da sind und der Körper reagiert darauf mit verstärktem Appetit. Das Resultat, wir essen weiter auch wenn der Magen voll ist. Den gleichen Effekt haben Süßstoffe. Viele versuchen um Abzunehmen mit der Kunstsüße ihre Kalorienzufuhr zu minimieren. Das geht meistens nach hinten los, denn der Körper spürt Süße und mobilisiert die gleichen Verdauungsenzyme wie bei Zucker, ohne den gleichen Nährwert zu haben. Das Ergebnis ist niederschmetternd: der Körper reagiert mit Heißhungerattacken. Eine Gewichtszunahme ist vorprogrammiert. Künstliche Aromen täuschen unsere Geschmacksnerven und setzen unseren Ernährungsinstinkt völlig außer Kraft - sie sind eine unterschätzte Gefahr in unserem Essen.

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