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Von der Ruhr zum Jangtse

China 2001. Shagang Steel, das größte private Stahlunternehmen Chinas ist unter Druck: Zehn Millionen Tonnen Stahl werden hier jedes Jahr produziert. Zuwenig um mit der Nachfrage der Chinesen mitzuhalten: 300 Millionen Tonnen Stahl verarbeitet China jedes Jahr, Tendenz steigend. Die Unternehmer suchten nach einer hocheffizienten Lösung und fanden sie in Deutschland: Sie kauften die Westfalenhütte in Dortmund. Ein Stahlwerk, das in den 70ern für Thyssen Krupp den weltbekannten Stahl kochte. Mit diesem Entschluß begann einer der spannendsten und größten Umzüge in der Industriegeschichte. Rund 1000 Ingenieure und Arbeiter von 3 chinesischen Spezialfirmen waren 2 Jahre mit der Demontage der Westfalenhütte beschäftigt. Auf einer Fläche von 2250 Fußballfeldern wurde alles in seine Einzelteile zerlegt und mit chinesischen Schriftzeichen markiert. Mehr als 250.000 Tonnen Gewicht mussten bewegt und verstaut werden. Die zerlegten Teile wurden nur provisorisch gesäubert. Fettrückstände sollten auf der Reise nach China vor Korrosion schützen. Stück für Stück wird die Westfalenhütte nach China verschifft. Innerhalb von 12 Monaten gelangen die einzelnen Teile ins 9000 Kilometer entfernte Zhangjiang in der Nähe von Shanghai. Mit dem Warmwalzwerk erreicht 2003 schließlich das letzte Stück China. Eine 10.000-Mann starke Crew kümmert sich Vorort um den schnellen wiederaufbau des Stahlwerkes. Außerdem müssen die Maschinen gründlich überholt werden, damit sie die geforderte Leistung bringen. Der Umzug des Stahlwerkes ist eine logistische Meisterleistung. Die Erfolge sprechen für sich: die überholten Maschinen bringen 60% mehr Leistung als früher in Dortmund. Doch die Chinesen wollen noch mehr erreichen. Denn der Hunger nach Stahl ist in China noch lange nicht gesättigt.

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