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Wie entstehen Schneckenhäuser?

Die Einen halten Schnecken für einen Salaträuber, die Anderen für einen Leckerbissen. Doch über eines sind sich wohl alle einig. Schnecken sind langsam. Und das ist gut so: Denn langsam entstehen oft die faszinierendsten Dinge. Das Naturhistorische Museum in Wien zeigt wie Schneckenhäuser entstanden sind. Aus einer Schneckenart mit ursprünglich flacher Schalenschnecke sind verschiedene Schneckenfamilien hervor gegangen - allesamt mit kunstvoll gedrehten Gehäusen. Die meisten Schneckenhäuser sehen so aus, als würden sie sich im Uhrzeigersinn um sich selbst drehen - also immer nach rechts. Allerdings gibt es eine Ausnahme. Das Gehäuse der Schließmundschnecke. Das wendet sich fortlaufend nach links - ein Linksdreher sozusagen. Daneben gibt es natürlich noch Ausnahmen, die durch zufällige äußere Einflüsse enstanden sind. Deren Gehäuse sind ebenfalls links gewunden. Bei den Weinbergschnecken gibt es für diese Seltenheit einen Namen: Schneckenkönig. Das Gehäuse eines Schneckenkönigs ist sehr begehrt unter Sammlern. Unter 10 Millionen Rechtsdrehern findet sich nur ein Linksdreher. Doch warum entwickelte sich das Gehäuse einmal rechts und einmal linksherum? "Es gibt eigentlich keinen biologischen Grund, warum die Schnecken rechts oder links gewunden sind. Tatsache ist, dass mehr als 90 Prozent der Schnecken weltweit rechts gewunden sind und die links gewundenen die kleine Minderheit, die Ausnahme bilden. Es kann einerseits auf Mutationen zurückzuführen sein. Auf der anderen Seite in sehr seltenen Fällen durch das Genom der Muttertiere bedingt. Die Nachkommen sind dann zum Teil auch links gewunden." Schneckenhäuser sind entstanden um die inneren Organe der Schnecken zu schützen. Sie liegen in einem Eingeweidesack. Bei der Geburt dreht sich der Eingeweidesack um seine Längsachse. In dessen Folge windet sich die Schale einer Schnecke spiralig. Die kleinen Schnecken sind mit einem beinah durchsichtigen Schneckenhaus ausgestattet. Je älter sie werden desto dickwandiger wird ihr Haus. Drüsen, die über den Körper verteilt sind, festigen die Schale von innen mit Kalk. So bilden sich im Schneckenhaus zwei Kalkschichten aus, die eine waagerrecht und die andere senkrecht verlaufend. Sie stabilisieren das Schneckenhaus und machen es weitestgehend bruchsicher. Bis zur Geschlechtsreife der Tiere wächst die Schale und schafft so Platz für den wachsenden Körper. Aber immer schön langsam. Im Schneckentempo.

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