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Wie geht's... Herstellung eines Gartenschlauchs

Der Gartenschlauch, sehr hilfreich für die Gartenarbeit im Sommer, aber auch anderweitig einsetzbar: Für eine kleine Abkühlung zwischendurch oder für Reinigungsarbeiten jeder Art. Anfänglich sieht allerdings gar nichts nach Gartenschlauch aus. "Ja, was wir hier sehen ist im Grunde genommen noch kein Gummimaterial. Das ist ein Material, man muss sich das vorstellen wie sehr harte Kinderknete, das ist die pure Kautschukmischung. Und aus dem Material bauen wir den Schlauch auf."Dafür braucht man als erstes viel Wärme. Denn bei 80 bis 100 Grad wird die Kautschukmasse weicher. Dann wird die Masse über einen dünnen Metalldorn gezogen, wieder gewärmt und anschließend "gewalkt". In der Fachsprache nennt sich dieser Vorgang "extrodieren". Flexibilität und Festigkeit - das zeichnet einen Schlauch aus. Um ihn zu festigen, wird der Schlauch regelrecht "umgarnt". Mit Fäden in einer ganz bestimmten Stärke. "Ich muss sehen, dass die Fäden entspannt sind, dass sei nicht zu viel Spannung haben. Weil wenn sie zu viel Spannung haben, schneiden sie hier in das Untergummi ein, weil da wird ja Druck aufgebaut und wenn sich das in das Untergummi einschneidet, ist normal der Schlauch kaputt." "Das heißt, sie lockern die Fäden, damit da kein zu großer Druck entsteht." "Genau. Und es darf aber natürlich auch nicht zu locker sein, sonst überschlagen sich die Fäden."Das Innenleben des Gartenschlauchs ist jetzt bereit und bekommt eine stabile Außenschicht. Dafür wird der 40 Meter lange Schlauch erneut mit warmem Kautschuk überzogen. So wird er elastisch und gleichzeitig fest. Dann wird der Schlauch bandagiert, also nochmal ummantelt. Das ist die Vorarbeit für das Vulkaniseren, auch Heizen genannt. "Das ist eine Bandage, eine nasse Bandage, die wird da auf den Schlauch aufgebracht, damit beim Heizen der schlauch dann seine Form behält und die Strukturen sich nicht verändern während des Heizens." "Wie viele der 40 Meter langen Goldschläuche umwickeln sie denn so an einem Tag?" "So bis 70 Stück so in etwa."Umwickelt geht's jetzt zum Vulkanisieren. Hier wird der Schlauch widerstandsfähig. Und das funktioniert mit Hilfe von Druck, Hitze und Zeit. "Dabei geht die Gummimasse also die Kautschukmischung vom plastischen in den elastischen Zustand über und wir haben eben das, was wir als Gummi kennen, nämlich ein elastisches Material." "Das dauert etwa eine Stunde bei etwa 150 Grad."Um im Grünen eingesetzt werden zu können, muss der Schlauch nur noch von dem Stahldorn befreit werden. Das ist heikel. "Bei uns in der Maschine wird der Stahldorn mit Hilfe von Presswasserdruck aus dem Schlauch rausgedrückt." "Das heißt, der 40 Meter lange Stahldorn wird mit Druck rausgeschossen? Mit wie viel Druck?" "Bei diesem Schlauch ungefähr mit 40 bis 50 Bar."Ist der Stahldorn weg, wird die Dicke und Druckfestigkeit des Schlauches kontrolliert. Dann wird er aufgetrommelt und ausgeliefert. Jetzt kann der künstliche Regen beginnen. Und darüber freuen sich an heißen Sommertagen neben den Pflanzen besonders die Kinder.

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