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Vor 40 Jahren: Die erste Landung auf einem fremden Planeten

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Erste Aufnahme der Viking-1-Sonde nach der Landung
Dies ist die allererste Panorama-Aufnahme von der Marsoberfläche. Viking 1 sendete sie kurz nach ihrer Landung.
"Viking ist gelandet!"

Am 20. Juli 1976 war es dann endlich soweit: Zum ersten Mal setzte ein menschengemachtes Gefährt auf einem fremden Planeten auf. – ein historischer Moment. Viking 1 war heil in der Ebene Chryse Planitia gelandet. Sofort nach der Landung aktivierte die Sonde ihre Kamera und übermittelte das erste Foto zur Erde – das allererste Bild von der Oberfläche eines anderen Planeten.

"Das ist ein Moment, den niemand jemals vergessen wird: Alle blickten gebannt auf den Bildschirm und schauten zu, wie sich das erste Bild langsam, Zeile für Zeile aufbaute", berichtet NASA-Forscher Gentry Lee. "Das Gefühl war unbeschreiblich!" Das Motiv ließ allerdings auf den ersten Blick zu wünschen übrig: Statt einer prachtvollen Landschaftsaufnahme hatte Viking 1 nur den Untergrund und einen Teil seines Landefußes fotografiert. 

Doch dafür gab es einen Grund, wie Newcomb erklärt: "Wir wollten wissen, wie stabil und tragfest die Marsoberfläche ist", sagt er. Und das konnte man am besten an einem solchen Bild erkennen. Wenig später schickte Viking 1 aber auch ein erstes Landschaftsbild. Zum ersten Mal sah man auf diesem Foto den Mars so, wie ihn ein Astronaut auf seiner Oberfläche sehen würde.

Während der sechs Jahre, die Viking 1 auf der Marsoberfläche aktiv war, lieferte die Sonde noch tausende weitere Fotos vom Mars und zahlreiche Daten zur Beschaffenheit von Untergrund und Atmosphäre. Auf den Informationen dieses Raumfahrt-Pioniers fußten später noch viele weitere Marsmissionen.

Landezone des Viking-1-Landers
In dieser Aufnahme erkennt man die tiefen Gräben, die der Viking Lander im Rahmen während der Probenentnahmen erzeugte.
Gibt es auf dem Mars Leben?

Mit fast noch größerer Spannung als die Fotos aber wurden die Ergebnisse der vier Analyse-Experiment an Bord von Viking 1 erwartet: Würde die Sonde Spuren von Leben finden? Vieleicht sogar Leben selbst? Um die Messungen nicht durch mitgeschleppte irdische Mikroben zu verfälschen, hatten die NASA-Techniker die Landesonden schon vor dem Start einer rigiden Sterilisation unterzogen: Das gesamte Gefährt wurde in einen hermetisch isolierten Kokon gewickelt und dann 40 Stunden lang in einem Ofen bei 120 Grad erhitzt.

Mit Spannung erwartete das Viking-Team die ersten Messergebnisse der Bodenuntersuchungen: Gab es auf dem Mars Moleküle, wie sie typischerweise nur durch lebende Wesen produziert werden? Tatsächlich fand Viking 1  eine Auffälligkeit: Eines seiner Experimente versetzte eine Marsprobe mit einer radioaktiv markierten Nährstofflösung. Sollte es Mikroben im Marsboden geben, dann müssten sie diese Nährstoffe aufnehmen und dabei das radioaktive Material als Gas freisetzen. Tatsächlich registrierte Viking genau dies. Rätselhaft aber: Alle anderen Experimenten fanden keinerlei Spur von organischen Verbindungen und damit einem grundlegenden Indiz für Leben. Stattdessen wies eines der Instrumente Spuren von Chlorverbindungen nach.

Wie war das zu erklären?  Gab es nun Leben im Marsuntergrund oder nicht? Hatte es doch eine Kontamination von der Erde gegeben? Bis heute bleibt diese Frage letztlich unbeantwortet. Weil seit der Zeit von Wiking keine andere Marssonde eindeutige Lebenszeichen entdeckt hat, liegt der Schluss nahe, dass es heute vielleicht kein Leben mehr auf den Roten Planeten gibt. Und wenn, dann hat es sich sehr gut versteckt.

Gemälde des Mons Olympus
Diese farbige Darstellung des Olympus Mons basiert auf einem Mosaik von Schwarz-Weiß-Aufnahmen des Viking Orbiters.
NPO, 20.07.2016
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