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Vor 75 Jahren: Das Konzentrationslager Auschwitz wird befreit

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Die Befreiung

Als Soldaten der Roten Armee nur wenig später, am 27. Januar 1945,  das Gelände des Lagers betraten, fanden sie nur noch 8.000 ausgemergelte und erschöpfte Gefangene vor. Alle anderen waren in den Gaskammern ermordet oder kurz vor der Befreiung des Lagers noch von der SS auf Todesmärsche gen Westen geschickt worden.

Doch die Spuren der unzähligen Ermordeten waren noch da: In den Lagerhäusern fanden die entsetzten Soldaten 350.000 Männeranzüge, 830.000 Damenmäntel und 44.000 Paar Schuhe, die die SS den Todgeweihten vor ihrem Gang in das Gas abgenommen hatten. Ganze Berge von Kinder- und Babykleidung zeugten davon, dass die Schergen der Nazis auch mit den Kleinsten kein Erbarmen hatten. Und geradezu makaber war der Fund von mehreren Tonnen von Haaren und ein Berg von Zahngold, die den Toten vor ihrer Verbrennung im Krematorium abgenommen worden waren.

Schienenstrecke vor dem heutigen Staatlichen Museum Auschwitz
Schienenstrecke vor dem heutigen Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau

Ein einmaliges und unfassbares Verbrechen

"Die Geschichte berichtet von keinem Verbrechen, das sich jemals gegen so viele Opfer gerichtet hat oder mit solch einer berechnenden Grausamkeit begangen worden ist" – mit diesen Worten eröffnetet im November 1945 der US-Chefankläger Robert Jackson den Nürnberger Kriegsverbrecherprozess. Die durchorganisierte Vernichtungsmaschinerie des Dritten Reichs mit ihrer fast industriellen Tötung von Millionen Menschen ist ein bis heute unfassbares und einmaliges Verbrechen. Um daran zu erinnern, gilt der 27. Januar heute als Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts.

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