wissen.de
You voted 5. Total votes: 133
wissen.de Artikel

Warum Kuscheln so gut tut – und wichtig ist

...

Kuschelndes Paar
Häfiges Kuscheln stärkt die Paarbeziehung.
Beziehung als Sucht?

Beim Kuscheln mit dem Partner hat das Oxytocin aber noch eine weitere Wirkung: Es stärkt die Treue. Wie Experimente zeigen, verändert das Hormon selektiv unsere Wahrnehmung. Sind wir in einer festen Bindung, sorgt es dafür, dass wir instinktiv mehr Abstand zu potenziellen Fremdgeh-Partnern halten. Das wiederum erweckt bei diesen den Eindruck, wir wären nicht interessiert und damit hat sich die Lage meist schnell geklärt – ohne Seitensprung.

Gleichzeitig belohnt uns das Oxytocin aber mit besonders starken Glücksgefühlen, wenn wir unseren eigenen Partner anschauen. Bekamen männliche Teilnehmer in einem Experiment ein Nasenspray mit Oxytocin verabreicht, reagierte ihr Belohnungssystem im Gehirn stärker auf ein Foto der Partnerin als ohne diesen Hormonschub. "Dieser biologische Mechanismus der Zweisamkeit ist damit einer Droge sehr ähnlich", erklärt René Hurlemann vom Universitätsklinikum Bonn. Regelmäßiges Kuscheln, aber auch Sex, macht demnach sozusagen süchtig nach dem Partner und kann damit die Beziehung tatsächlich stärken.

Wer wie oft mit dem Partner kuschelt, hängt aber nicht nur von der Qualität der Beziehung ab. Auch die Persönlichkeit spielt eine wichtige Rolle. So ergab eine Umfrage vor kurzem, dass Optimisten besonders kuschelfreudig sind, 66 Prozent von ihnen suchen die Nähe ihrer Partner. Pessimisten dagegen sind eher Kuschelmuffel: Nur 40 Prozent von ihnen gaben bei der Befragung an, häufiger mit ihrem Partner zu kuscheln.

NPO, 11.05.2016
You voted 5. Total votes: 133