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Weltflüchtlingstag 2017: Wie steht es heute um die Willkommenskultur?

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Zeltstadt
Zeltstädte allerorten: Welt sind etwa 60 Millionen Menschen auf der Flucht.
Appell für Verständnis und Barmherzigkeit

Doch auch, wenn weniger Flüchtlinge zu uns kommen und die Asylfrage von Bürgern wie Behörden inzwischen kritischer bewertet wird: Die Situation von Menschen auf der Flucht ist heute genauso dramatisch wie vor zwei Jahren und verdient noch immer unsere Aufmerksamkeit. Papst Franziskus forderte Anfang des Jahres deshalb zu Verständnis und Barmherzigkeit auf.

"Heute sind die Migrationen kein auf einige Gebiete des Planeten beschränktes Phänomen, sondern betreffen alle Kontinente und nehmen immer mehr die Dimension eines dramatischen weltweiten Problems an. Es handelt sich nicht nur um Menschen auf der Suche nach einer würdigen Arbeit oder nach besseren Lebensbedingungen, sondern auch um Männer und Frauen, alte Menschen und Kinder, die gezwungen sind, ihre Häuser zu verlassen, in der Hoffnung, ihr Leben zu retten", betonte er in einer Botschaft zum bevorstehenden Weltflüchtlingstag.

"Auseinandersetzung wichtig"

In Zukunft könnten sich die Dimensionen des Problems sogar noch verschärfen. So gehen Experten der Vereinten Nationen davon aus, dass innerhalb der nächsten zehn Jahre mehr als 50 Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben werden. Grund dafür sind neben Krisen und Konflikten vor allem der Verlust der Lebensgrundlage durch Dürren, Überschwemmungen, ausgelaugte Böden und Erosion.

Wie sich die steigende Zahl von Geflüchteten auswirke, werde in Zukunft maßgeblich auch davon abhängen, inwieweit die bereits angekommenen und weiterhin Europa erreichenden Menschen bereit sind, sich langfristig mit den Themen Flucht und Beheimatung auseinanderzusetzen, meint Ethnologin Inga Schwarz. Das Gleiche gelte jedoch für die Gesellschaften, die sie aufnehmen: "Nicht nur der Fluchtverlauf selbst, sondern auch die sich anschließende Beheimatung sind in diesem Zusammenhang als Langzeitprozesse zu betrachten, die uns als Gesellschaft über Jahrzehnte begleiten werden."

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