wissen.de
Total votes: 84
wissen.de Artikel

Wirtschaftlicher Aufschwung der Ureinwohner Amerikas

Die Rolle des Glücksspiels für die Indianer

...
 
Die Glücksspielsucht in den USA ging so weit, dass die Regierung sich im 19. Jahrhundert veranlasst sah, ein Verbot des Spiels um Geld zu verhängen. Der Staat Nevada schaffte es, eine Ausnahmeregelung zu erwirken, damit die Casinostadt Las Vegas weiterhin Bestand haben konnte. Abseits dieses Bundesstaats war legales Glücksspiel nur noch außerhalb des Hoheitsgebiets der Vereinigten Staaten möglich - also entweder auf hoher See  oder in den Indianerreservaten. Diese genießen durch verschiedene Entscheidungen des US-Supreme Court den Status einer souveränen Nation, innere Angelegenheiten dürfen deshalb autonom geregelt werden. Für das Glücksspiel bot sich daher eine Gesetzeslücke. Diese mussten sie sich allerdings erkämpfen: Nach den ersten Erfolgen des High Stake Bingos sollte das Glücksspiel auch in den Reservaten verboten werden. Die Häuptlinge nahmen sich allerdings sehr gute Anwälte, die für die Rechte der Stämme vor dem Obersten Gerichtshof kämpften. 1987 bekamen die Indianer daraufhin die Erlaubnis, weiterhin Glücksspiele in ihren Reservaten anbieten zu dürfen, 1988 wurde laut focus.de der Indian Gaming Regulatory Act erlassen. Dieses Gesetz erlaubt es den Stämmen, die Casinos und Spielhallen als Methode der Wirtschaftsentwicklung zu betreiben. Nur durch dieses Gesetz schafften und schaffen es die Indianer, durch das angebotene Glücksspiel ihre Wirtschaftskraft zu erhöhen.
 
Indianer und Glücksspiel

Auswirkungen des Indian Gaming Regulatory Acts

 
Glücksspiel macht reicht - die Pequots, die das Foxwoods-Spielecasino betreiben, machen über eine Milliarde Dollar Gewinn im Jahr. Etwas weniger erfolgreich ist der Stamm der Sault Ste. Marie-Indianer: Etwa 130 Millionen Umsatz soll ihnen das Casinogeschäft bringen. Der durchschnittliche Jahresumsatz ist hoch - die Indianer gehen mit jedem Jahr einen Schritt näher auf Reichtum und Wohlstand zu. Neben dem Foxwoods-Casino  ist die Spielhalle der Mohikaner zu finden; auch diese hat einen durchschnittlichen Jahresgewinn von mehr als einer Milliarde Dollar. Mittlerweile bekommt selbst die Casinostadt Las Vegas ein wenig Angst vor der Konkurrenz - ein paar Zocker sollen in die Indianercasinos abgewandert sein und die Stadt etwa zehn Prozent ihres Umsatzes kosten, wie auf dieser Seite beschrieben.
 
2. Positive und negative Folgen für die Stämme
Jede Veränderung bewirkt allerdings nicht nur positive Folgen. Auch negative Auswirkungen sind in den Stämmen zu spüren. Die Kriminalität ist dabei zu nennen. Die Mafia und andere, zentral organisierte Verbrecherbanden haben die Vorteile des Spiels um Geld schon lange erkannt und versuchen, daraus ihre Gewinne zu ziehen. Dieses Problem ist daher allgemein bekannt und nicht nur ausschließlich auf die Indianer zu beziehen. Es gibt aber noch weitere negative Folgen, die das Glücksspiel nur für die Ureinwohner Amerikas hat - auch wenn auf den ersten Blick alles positiv scheint und ihnen anscheinend eine glückliche und wirtschaftlich starke Zukunft bevorsteht.
 
Zu den positiven Folgen der Indianercasinos zählt die Modernisierung der Reservate. Sie können sich Land dazu kaufen, um nicht auf engstem Raum zusammen zu leben. Außerdem ist Geld vorhanden, um die Infrastruktur auszubauen und die Häuser zu modernisieren. Der Pechanga-Stamm nutzte die ersten Gewinne, um alle Häuser und Hütten an das Wassernetz anzuschließen. Vorher war fließendes Wasser aus der Leitung in dem Reservat unbekannt, die Familien mussten es sich aus einem Brunnen besorgen, der drei Kilometer entfernt war. Kindergärten und Schulen, Feuerwachen und Rathäuser sind weitere Errungenschaften, die dank des Glücksspielgewinns in immer mehr Indianersiedlungen anzutreffen sind. Die Ureinwohner beginnen, den Luxus der Neuzeit kennenzulernen und lassen die Armut langsam hinter sich - eine Entwicklung, die zu begrüßen ist.
 
Indianer und Glücksspiel

Durch die Gewinne haben die Stämme die Möglichkeit, ihre Reservate zu modernisieren und neue Gebäude zu errichten.

... klicken Sie zum Weiterlesen auf den folgenden Button
Total votes: 84