Wahrig Herkunftswörterbuch

Leuchte

Leuchte
Meist betrübt es eher, wenn man als Leuchte tituliert wird, denn heutzutage ist das Wort hauptsächlich in den mit Negationen versehenen Redensarten keine große Leuchte sein bzw. nicht gerade eine Leuchte sein oder aber in der ironischen Wendung du bist mir vielleicht eine Leuchte verwendet. Gemeint ist dann, dass man nicht gerade helle ist, sich also nicht durch großen Verstand auszeichnet, obwohl man von sich selbst Großes denkt. Ursprung ist hier die schon in der Antike belegte Wendung eine Leuchte der Wissenschaft sein „ein hervorragender Wissenschaftler sein“. Plinius der Jüngere bezeichnete im 1. Jahrhundert nach Christus im siebten Band seiner Naturgeschichte Cicero als lux doctrinarium altera, also als die zweite Leuchte der Wissenschaft gemeint war: nach Homer. Von dieser Ehrerbietung ist heute kaum etwas geblieben, besonders wenn man nicht als Leuchte, sondern als Armleuchter bezeichnet wird.

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