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Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

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In den letzten Monaten vor dem Millennium-Wechsel schwappte eine Welle der Internet-Begeisterung über den Atlantik auch nach Europa: Das WWW, so schien es, konnte alle Menschheitsfragen der letzten zweitausend Jahre beantworten. Wer nicht “drin war, wie Internet-Novize Boris Becker sinnierte, war schon mehr als draußen. Mehr noch: Wer nicht in der hippen, sagenumwobenen New Economy (Internet, Medien, Multimedia) arbeitete, schien die Chance seines Lebens verpasst zu haben.

Internet-Unternehmen schossen wie die Pilze aus dem Boden: Ohne eigene Website zählte man zu den Vorgestrigen. Auf Partys gab es kaum mehr ein anderes Thema als den späteren Börsengang und den “Exit das Leben als Millionär. Selbst Berater namhafter Unternehmensberatungen kündigten ihre Jobs und borgten sich Kapital zur Gründung einer AG. So genanntes Venture Capital das klang viel besser als die deutsche Übersetzung “Wagniskapital war genügend vorhanden.

Doch im Frühjahr 2000 drehte der Wind plötzlich brach ein Sturm los, der im wütenden Orkan endete. Die Folgen war verheerend: Identische Geschäftsmodelle, die noch Monate zuvor bedingungslos gefördert wurden, zerbarsten in den ersten Windböen. Zu viele der Internet-Geschäftsmodelle basierten zum Großteil auf aberwitzigen Wachstumsprognosen und exorbitanten Werbeeinnahmen. Kreativ und wirklich innovativ waren indes die wenigsten Start-Ups.

Aufstieg und Fall der Internet-Wirtschaft sind ein Beleg für die kollektive Fehleinschätzung von Marktchancen. Das traurige Resümee: Fast jede zweite Internet-Neugründung verschwand wieder vom Markt. Ökonomen argumentieren seitdem beharrlich: Das Scheitern schlechter Geschäftsideen ist ein notwendiger Bereinigungsprozess. Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit.

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Nils Jacobsen
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