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Südafrika: zwei Welten, ein Land

Die Ungleichheit von Arm und Reich

Auch 15 Jahre nach dem Ende der Apartheid ist die Kluft zwischen Arm und Reich nicht kleiner geworden. Während die Reichen in Prunkvillen, auf Farmen und an den Küsten des Landes Südafrikas schönste Seiten genießen, lebt fast die Hälfte der Südafrikaner in Armut. Und die riesigen Townships, die Elendsviertel an den Stadträndern, wachsen ständig: Einwanderer und Arbeitssuchende vom ganzen afrikanischen Kontinent strömen auf der Suche nach einem besseren Leben nach wie vor ans Kap. Noch immer sind es hauptsächlich schwarze Südafrikaner, die in Armut leben. Doch auch viele Weiße haben im neuen Südafrika ihre Lebensgrundlage verloren, so dass auch weiße Elendsviertel entstehen. Trotz eines steten Wirtschaftswachstums hat es die Regierung versäumt, die Armut flächendeckend zu bekämpfen. Vom schwarzen Wirtschaftsförderungsprogramm BEE profitieren nur Wenige, so die Kritik. In der neuen Demokratie hat sich zunächst die Elite bereichert. Arbeitslosigkeit und fehlende Bildung sind die Probleme, denen sich der Kapstaat stellen muss, damit diese ungleiche Gesellschaft gerecht werden kann.

Jeder Winter macht obdachlos

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Soweto

In den South Western Townships, kurz Soweto, leben die Menschen in größter Armut. Fast immer sind sie schwarz.

"1000 Rand" – rund 75 Euro – preist das Werbeschild am Straßenrand. Verkauft werden soll hier ein Haus, oder besser gesagt ein Shack. So nämlich heißen die Hütten der Armen in Südafrika. Im Township Khayelitsha, das sich kilometerlang an der Autobahn N2 von Kapstadts Flughafen bis zur Innenstadt entlang zieht, bestehen sie aus Wellblech, Pappe und Brettern. In diesem Slum lebt Patricia Sibu, gemeinsam mit mehr als 1,5 Millionen Anderen. Auch Patricia hat ihren Shack auf dem sandigen Boden östlich der Touristenmetropole gebaut. Und regelmäßig zerstört der Winter mit heftigem Regen und Sturm ihr winziges Haus, in dem die ganze Familie auf engstem Raum lebt. Dann zieht Familie Sibu ins Gemeindezentrum, schläft dort auf dem Boden – und baut wieder ein neues Haus. Das wird noch viele Jahre so gehen, bis Patricia Sibu endlich das Haus vom Staat bekommt, auf das sie schon so lange wartet.

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Quelle: Atlantica! Südafrika aus dem Bertelsmann-Verlag
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