Lexikon
Pạrther
iranischer Stamm im Südostbereich des Kaspischen Meeres. Zwischen 250 und rund 238 v. Chr. eroberten die Parner, ein ostiranischer Stamm, unter ihrem Anführer Arsakes die seleukidische Satrapie Parthava. Die eingedrungenen Parner erhielten aufgrund ihrer Niederlassung in Parthava den Namen Parther. Vermutlich um 247 v. Chr. wurde Arsakes zum König gekrönt und begründete die Dynastie der Arsakiden; die erste Hauptstadt wurde Nisa. Unter Mithridates I. wurde das Partherreich die Großmacht des Ostens, mit der die Römer in Armenien und Mesopotamien rund 300 Jahre lang zu kämpfen hatten. Vermutlich 141 v. Chr. wurde die Hauptstadt nach Ktesiphon am Tigris verlegt. Die Parther knüpften an das Vorbild der Achämeniden an, kulturell stand das Reich unter griechischem Einfluss. Im 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. wurde das Partherreich durch Bürgerkriege und mehrere römische Feldzüge erschüttert. 208 n. Chr. erhob sich Ardaschir I., ein Enkel des Feuerpriesters Sassan aus der Persis (heutige Provinz Fars), tötete 224 den letzten Partherkönig Artabanos V. und errichtete die Herrschaft der Sassaniden.
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