Die koreanischen Akteure
Kim Il Sung (eigentlich Kim Ir Sen) war zugleich Vorsitzender der kommunistischen Partei Koreas und damit die politisch einflussreichste Person im Norden des Landes. Er hatte 1934 eine Partisanengruppe im Kampf gegen die Japaner geführt. Nach seiner Flucht in die UdSSR baute er dort koreanische Partisaneneinheiten zum Kampf gegen die japanische Besatzungsmacht auf. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte er auf seiten der Roten Armee; als sowjetischer Major kehrte er im August 1945 nach Korea zurück.
Bereits am 15. August wurde in Seoul, der Hauptstadt des Südteils der koreanischen Halbinsel, die "Republik Korea" ausgerufen. Als Staatspräsident amtierte hier Syngman Rhee. Dieser hatte nach seinem Studium in den USA seit 1910 den Widerstand gegen die japanischen Besatzer organisiert. Zwischen 1919 und 1941 stand er der koreanischen Exilregierung vor, die damals in der chinesischen Hafenstadt Schanghai residierte. Aus dem anschließenden Exil in den Vereinigten Staaten kehrte Syngman Rhee 1945 in seine Heimat zurück.
Die Etappen der Teilung
Obwohl am 15. August im Süden und am 9. September im Norden Koreas jeweils unabhängige Staaten proklamiert wurden, betonten sowohl das kommunistische Nordkorea als auch der westlich orientierte Süden ihren Alleinvertretungsanspruch für das gesamte koreanische Volk. Die koreanische Halbinsel war im Jahre 1945 von den USA und der UdSSR auf der Höhe des willkürlich gewählten 38. Breitengrades geteilt worden. Zuvor stand das Land unter der Herrschaft Japans, dessen Einfluss in Korea bis in das Jahr 1876 zurückreichte. Im Jahre 1910 wurde Korea vom japanischen Kaiserreich annektiert. Gegen die Besatzungspolitik der Japaner regte sich bald nationaler Widerstand, der jedoch in zwei Fraktionen, eine kommunistische und eine bürgerlich-nationalistische gespalten war.
Mit der Ausrufung zweier Staaten wurde die Spaltung Koreas offiziell vollzogen. Am 27. Dezember 1945 vereinbarten die USA und die UdSSR die Bildung einer provisorischen Regierung für ganz Korea. Der Versuch einer Regierungsbildung wie auch die 1947 von den Vereinten Nationen beschlossenen freien Wahlen in beiden Teilen des Landes scheiterten jedoch am Widerstand der sowjetischen Besatzungsmacht. Diese unterstützte einseitig die im Norden amtierende provisorische Regierung unter Kim Il Sung. Freie Wahlen unter Aufsicht der Vereinten Nationen konnten daher nur im Süden des Landes abgehalten werden.
Wann und ob die Teilung Koreas durch eine friedliche Vereinigung wie die zwischen DDR und Bundesrepublik aufgehoben wird, bleibt nach wie vor offen.



