Rationelles Lesen - Lesetechniken
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Rationelles Lesen - Lesetechniken

Foto: Foto: Theodor Paul, Public domain, via Wikimedia Commons

Rationelles Lesen bzw. die Anwendung bestimmter Lesetechniken ermöglichen ein schnelles und gründliches Erfassen von Textinhalten (Merktechniken). Es geht dabei nicht um die einfache Erhöhung des Lesetempos, sondern um das optimale Erfassen des Inhaltes in möglichst kurzer Zeit.

Rationelles Lesen bzw. die Anwendung bestimmter Lesetechniken ermöglichen ein schnelles und gründliches Erfassen von Textinhalten (Merktechniken). Es geht dabei nicht um die einfache Erhöhung des Lesetempos, sondern um das optimale Erfassen des Inhaltes in möglichst kurzer Zeit.

Vorbereitung

Als Vorbereitung auf das eigentliche Lesen verschaffen Sie sich zunächst einmal einen Überblick, indem Sie einen Blick auf das Inhaltsverzeichnis, die Einleitung und das Namens- und Sachregister werfen und mit Ihrem Vorwissen verbinden.

Auch eigene Fragen, die Sie an den Text stellen möchten, helfen bei der Erfassung des Inhalts, vor allem, wenn Sie diese vorher formulieren.

Schnelles und sinnerfassendes Lesen

Die Verbesserung der Lesetechnik wird häufig als Steigerung des Lesetempos missverstanden. Hier geht es aber um das gezielte, kritische und intensive Lesen mit ausreichender Vor- und Nachbereitung. Konzentration (Konzentrieren) ist eine Grundvoraussetzung für das rationelle Lesen. Für das schnelle Erfassen der Textbedeutung (Merktechniken) ist es zudem wichtig, zentrale Wörter in Gruppen zu bündeln, denn Sinnzusammenhänge können wir viel leichter behalten als einzelne Buchstabenkombinationen und Wörter.

Übrigens können Sie die Art der menschlichen Augenbewegung ganz gezielt einsetzen: diese Bewegung geht nämlich ruckweise vor sich. Innerhalb dieser ruckartigen Augenbewegung können Sie von einer wichtigen Stelle zur nächsten springen und dabei die Wortgruppen erfassen und in einen sinnvollen Zusammenhang bringen. Erwachsene Leser erfassen in einem leichten Text innerhalb einer zehn Zentimeter breiten Zeile fünf bis sechs Fixpunkte "auf einen Blick", bei schwierigen Texten werden es mehr. Die Wörter im Umfeld des Fixpunktes werden nur unscharf wahrgenommen und müssen aus dem Sinnzusammenhang erschlossen werden. Für eine Zeile mit zehn bis zwölf Wörtern sollten drei bis vier Haltepunkte genügen. Je besser Sie diese Technik beherrschen, desto weniger Haltepunkte benötigen Sie.

Weg mit den schlechten Angewohnheiten!

Überprüfen Sie, ob Sie einige der folgenden Gewohnheiten haben. Wenn ja, versuchen Sie diese möglichst schnell wieder loszuwerden!

  • Mitsprechen (Beteiligung der Sprechorgane hemmt das Lesetempo)
  • Wort für Wort lesen (als fortgeschrittenes Buchstabieren)
  • starres Lesen (alle Texte mit dem gleichen Tempo lesen, nicht der Schwierigkeit angemessen)
  • beschränkter Wortschatz (über unbekannte Wörter hinweglesen, nicht bearbeiten)
  • unbeteiligtes Lesen (passiv und nicht interessiert lesen)
  • Auslassen von Illustrationen (Informationen und Visualisierungen fördern das Verstehen)
  • wahlloses Lesen (Lesen ohne Ziel und eigene Prioritäten)
  • zu lange Leseetappen (Pausen spätestens nach 10 Minuten bewusst einplanen)

Nachbereitung

Zur Nachbereitung des Gelesenen gehört es, Zusammenhänge zu schaffen, Fragen an die Lektüre zu stellen und sich kritisch mit dem Inhalt auseinander zu setzen. Zusammenhänge können zwischen einzelnen Abschnitten des Gelesenen und in Verbindung mit Ihren Vorkenntnissen und mit anderen Literaturquellen erschlossen werden. Auf diese Weise erarbeiten Sie sich Schritt für Schritt den gesamten Inhalt des entsprechenden Themenbereiches.

Fragen an den Text vor und nach dem Lesen unterstützen das aktive Verstehen des Inhaltes. Sie zeigen auch deutlich, mit welchem Ziel Sie diesen Text lesen. Die kritische Auseinandersetzung mit dem Text umfasst nicht nur das Nachvollziehen und Einordnen in die eigene Wissensstruktur, sondern auch, verschiedene Meinungen, Standpunkte, Theorien, Interpretationen zu verstehen, den eigenen Standpunkt zu überprüfen und bei allen Pro- und Contra-Argumenten den Überblick zu behalten.

Teste dein Wissen!

Fragen

1) Warum ist eine Vorbereitung auf die Lektüre notwendig?

2) Was heißt rationelles Lesen?

3) Warum sollte man schlechte Angewohnheiten überprüfen?

4) Welchen Sinn hat die Nachbereitung?

Antworten

1) In der Vorbereitungsphase verschaffen Sie sich einen Überblick über den jeweiligen Text und können so gezielte Fragen an ihn formulieren.

2) Rationelles Lesen bedeutet nicht das beschleunigte Lesen eines Textes, sondern die schnelle und gründliche Erfassen seiner Bedeutung.

3) Schlechte Angewohnheiten behindern ein rationelles Lesen.

4) Die Nachbereitung dient dem Erkennen des Gesamtzusammenhanges.

Hinweis

Einige weitere Arbeitshilfen für das Lesen und Lernen von Texten finden Sie unter:
Markieren (Markieren)Exzerpieren (Exzerpieren) und Handouts und Thesenpapiere erstellen (Handout)

Bibliografie

K. Bünting, A. Bitterlich, U. Pospiech: Schreiben im Studium. Ein Trainingsprogramm, Berlin 1996

H. Knauf, F. Schmithals: Tutorenhandbuch, Neuwied 2000

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