Planetenparade im Morgengrauen
Fast die gesamte erste Monatshälfte lohnt ein Blick an den frühen Morgenhimmel. Denn am Osthorizont stehen dort kurz vor Sonnenaufgang die Planeten wie an einer Schnur aufgereiht unter dem Sternbild Löwe. Am 3. Oktober besteht diese schräg nach rechts oben zeigende Reihe zunächst nur aus Jupiter, darüber Mars und dann die Venus. Die beiden sehr hellen Planeten Jupiter und Venus rahmen dabei den etwas dunkleren, rötlichen Mars ein.
Zwischen dem 8. und 10. Oktober reiht sich gegen sechs Uhr morgens auch der Mond mit ein. Er steht erst über der Venus, einen Tag später zwischen ihr und dem Mars und dann schließlich als unterster der Reihe knapp unter Jupiter. Ab dem 10. Oktober gesellt sich sogar der Planet Merkur mit dazu: Er steht ganz tief über dem Horizont und bildet damit den Abschluss dieser eindrucksvollen Planetenparade.
Am 17. Oktober kommt es zu einem noch engeren Rendezvous von Jupiter und Mars: Beide Planeten stehen vor der Morgendämmerung in Konjunktion und sind am Himmel nur noch 24 Bogenminuten voneinander entfernt – das ist weniger als der scheinbare Durchmesser des Vollmonds. Am 25. Oktober halten dann Venus und Jupiter frühmorgens ein Stelldichein.
Sonnen-Nachbar am Südhorizont
Jetzt im Oktober lugt einer der nächsten Nachbarn unserer Sonne über den Horizont: der Stern Formalhaut. Diesen hellsten Stern der Konstellation südlicher Fisch können wir in der ersten Nachthälfte ganz tief im Süden hell leuchten sehen. Weil die Atmosphäre sein Licht bricht und streut, scheint Formalhaut besonders stark zu funkeln. Der helle Stern liegt nur 25 Lichtjahre von der Sonne entfernt und ist Teil eines Dreifachsystems. Er wird von einem veränderliche Stern und einem Roten Zwerg begleitet.
Das Besonders an ihm: Erst vor kurzem haben Astronomen um diesen Stern eine gewaltige Staubscheibe entdeckt, wie sie typisch für junge Planetensysteme ist. Formalhaut wird wahrscheinlich von mindestens einem großen jungen Planeten umkreist, möglicherweise sogar von mehreren.
Cassiopeia hoch, Großer Wagen sehr tief
Ansonsten teilen sich im Oktober Sommer- und Herbststernbilder den Himmel: Im Süden steht abends das Herbstviereck aus den vier Rumpfsternen des Pegasus inzwischen hoch am Himmel. Darum gruppieren sich andere typische Herbststernbilder wie Steinbock, Andromeda und Perseus. Im Westen ist gleichzeitig noch das Sommerdreieck aus den hellsten Sternen der Konstellationen Schwan, Adler und Leier zu sehen.
Besonders hoch am Himmel steht jetzt auch das Himmels-"W". der Cassiopeia. Ihre fünf Hauptsterne bilden ein auffallendes "W" am Himmel. Die Spitze in der Mitte zeigt dabei auf den Polarstern. Ziemlich tief bewegt sich dagegen der Große Wagen im Oktober über den Himmel: Er steht abends nur wenig über dem Horizont im Norden – fast als würde er den Horizont entlang fahren.

