Titanenwurz: Stinkende Pracht
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Titanenwurz: Stinkende Pracht

Foto: Foto: Commander-pirx at German Wikipedia, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Im 19. Jahrhundert entdeckte der florentinische Botaniker Odoardo Beccari die Riesenpflanze in den Regenwäldern von Sumatra in Indonesien. Es gelang ihm, Samen unversehrt nach Europa zu schicken, die auch tatsächlich auskeimten. Dennoch dauerte es ganze elf Jahre, bis eine Pflanze endlich zur Blüte kam.

Im tropischen Regenwald zu Hause

Im 19. Jahrhundert entdeckte der florentinische Botaniker Odoardo Beccari die Riesenpflanze in den Regenwäldern von Sumatra in Indonesien. Es gelang ihm, Samen unversehrt nach Europa zu schicken, die auch tatsächlich auskeimten. Dennoch dauerte es ganze elf Jahre, bis eine Pflanze endlich zur Blüte kam.

Weil die Kultur der Titanenwurz ausgesprochen schwierig ist, gibt es bis heute nur wenige Exemplare der Pflanze in botanischen Gärten - und noch weniger, denen es gelungen ist, die Pflanze zur Blüte zu bringen. In Deutschland waren bislang die botanischen Gärten in Bonn, Hamburg, Leipzig, Mainz und München sowie der Palmengarten in Frankfurt erfolgreich.

Empfindliches Schwergewicht

Auch die unterirdische Wurzelknolle der Titanenwurz ist ein wahrer Koloss: Sie bringt bis zu 75 Kilogramm auf die Waage. Trotz dieses beachtlichen Gewichts ist sie überaus empfindlich, geht sofort ein, wenn insbesondere Fadenwürmer sich über sie hermachen.

Wenn die Kultur gelingt, treibt aus der gesunden Knolle ein einzelnes Blatt aus, das bis zu sechs Meter lang, fast genauso breit wird und dabei vielfach gefiedert ist. Dieses Blatt bleibt neun bis 24 Monate stehen und liefert, bevor es abstirbt, die Nährstoffe für eine neue Knolle. Es kann allerdings mehrere Jahre dauern, bis anstelle eines Blattes eine riesiger Blütenstand wächst. Dann sitzen winzige Einzelblüten an der Blütenstandsachse und werden von einem höher gewachsenen Blatt umhüllt.

Schon am dritten Tag nach dem Öffnen der Knospe verblüht die Titanenwurz und fällt in sich zusammen.

Verlockender Gestank

Der Blütenstand von drei Tagen ist begleitet von Aasgeruch, der für Käfer (Aaskäfer und Kurzflügler) und Bienen außerordentlich verlockend ist. Die Insekten krabbeln in die Blüten der Titanenwurz hinein, um dort ihre Eier abzulegen. Bei diesem Vorgang übertragen sie den Pollen und bestäuben die Pflanzen. Wenn die Larven dann allerdings schließlich schlüpfen, finden sie keine Nahrung vor und verhungern.

Auch der Fruchtstand der Titanenwurz bringt es auf eine beachtliche Größe: Bis zu zwei Meter hoch reihen sich die vier bis sechs Zentimeter langen, roten Beerenfrüchte aneinander.

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