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LEXIKON

Artaud

[
arˈto
]
Antonin, französischer Schriftsteller, * 4. 9. 1896 Marseille,  4. 3. 1948 Ivry-sur-Seine; anfangs surrealistischer Lyriker, wandte sich danach vom Surrealismus ab; als Dramatiker traditionsfeindlich, forderte er, dass das Theater ein „Fest der Zerstörung“ sein solle, und gründete 1935 das „Theater der Grausamkeit“.
Artaud, Antonin
Antonin Artaud
  • Deutscher Titel: Die Muschel und der Pfarrer
  • Original-Titel: LA COQUILLE ET LE CLERGYMAN
  • Land: Frankreich
  • Jahr: 1928
  • Regie: Germaine Dulac
  • Drehbuch: Antonin Artaud
  • Kamera: Paul Parguel
  • Schauspieler: Alex Allin, Genica Athanasiou
Germaine Dulac schafft mit »Die Muschel und der Pfarrer« den ersten Film, der dem Surrealismus zuzurechnen ist: Ein Priester verliebt sich in eine junge Frau, gewinnt gegen einen Offizier den Kampf um ihre Liebesgunst, scheitert aber schließlich an seinen psychischen Problemen.
Durch das einfache Handlungsschema erscheint der Film vielen Zuschauern als eine Aneinanderreihung unverbundener, sinnloser Szenen. Nach Ansicht der Regisseurin erschließt sich jedoch der Zusammenhang aus der Logik des Unbewussten. Das Drehbuch stammt von dem Dramatiker und Theaterregisseur Antonin Artaud (18961948), der ebenfalls dieser Bewegung angehört. Bei der Uraufführung löst Artaud einen Skandal aus: Er wirft der Regisseurin vor, sie habe sein Szenario in die Sphäre des Traums gehoben und damit völlig entschärft.
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