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LEXIKON

Lumet

[
ˈlu:mit
]
Sidney, US-amerikanischer Regisseur, * 25. 6. 1924 Philadelphia,  9. 4. 2011 New York; begann seine Karriere in den 1950er Jahren beim Fernsehsender CBS; bereits mit seinem ersten Spielfilm, dem Gerichtsdrama „Die zwölf Geschworenen“ 1957, wurde er international bekannt; in seinen Werken thematisierte er häufig wie Außenseiter sich gegen Konventionen und Machtsysteme behaupten müssen, dabei nutzte er unterschiedliche Filmgattungen, zeigte aber eine Vorliebe für den Kriminalfilm; Filme u. a.: „Blick von der Brücke“ 1961; „Der Pfandleiher“ 1964; „Ein Haufen toller Hunde“ 1965; „Serpico“ 1973; „Mord im Orientexpress“ 1974; „Hundstage“ 1975; „Network“ 1976; „Prince of the City“ 1981; „The Verdict“ 1982; „Die Flucht ins Ungewisse“ 1988; „Nacht über Manhattan“ 1997; „Gloria“ 1999; „Find me guilty“ 2006; „Tödliche Entscheidung“ 2007.
  • Deutscher Titel: Die zwölf Geschworenen
  • Original-Titel: 12 ANGRY MEN
  • Land: USA
  • Jahr: 1957
  • Regie: Sidney Lumet
  • Drehbuch: Reginald Rose, nach seinem Fernsehspiel
  • Kamera: Boris Kaufman
  • Schauspieler: Henry Fonda, Lee J. Cobb, Jack Warden
  • Auszeichnungen: Goldener Bär Filmfestspiele Berlin 1957 für Film
Im Gegensatz zu vielen anderen Prunk- und Pomp-Produktionen in Hollywood überzeugt Sidney Lumets Regiedebüt »Die zwölf Geschworenen« durch eine zurückhaltende Inszenierung. Bei glühender Hitze beraten die zwölf Geschworenen eines Mordprozesses die Schuldfrage. Bis auf einen Mann (Henry Fonda) sind alle Beteiligten davon überzeugt, dass der Angeklagte seinen Vater ermordet hat. Da jedoch ein einstimmiges Urteil gefällt werden muss, ergibt sich eine hitzige Diskussion, in deren Verlauf der Zweifler die anderen überzeugen kann, dass der Angeklagte keineswegs schuldig sein muss. Hinter der anfänglichen Sicherheit der Geschworenen kommen Vorurteile oder eigene psychische Schwächen zum Vorschein, die eine »faire« Beratung bisher erschwerten. Der Film erreicht ein Höchstmaß an Dichte durch die klaustrophobische Enge des Raums und die psychologisch stimmigen Dialoge.
  • Deutscher Titel: Mord im Orientexpress
  • Original-Titel: MURDER ON THE ORIENT EXPRESS
  • Land: GB
  • Jahr: 1974
  • Regie: Sidney Lumet
  • Drehbuch: Paul Dehn, nach dem Roman von Agatha Christie
  • Kamera: Geoffrey Unsworth
  • Schauspieler: Albert Finney, Lauren Bacall, Martin Balsam
  • Auszeichnungen: Oscar 1975 für Nebendarstellerin (Ingrid Bergman)
Der amerikanische Millionär Ratchett wird in einem Abteil des berühmten Orientexpresses ermordet aufgefunden. Der Täter muss einer der Passagiere sein, denn der Zug steckt im winterlichen Jugoslawien in einer Schneewehe fest. Zufällig ist der bekannte Detektiv Hercule Poirot unter den Reisenden und nimmt sich des komplizierten Falles an, der sich schließlich als Kollektivtat einer ganzen Reisegruppe entpuppt.
Erst 40 Jahre nach der Buchveröffentlichung (1934) gibt Autorin Agatha Christie den Stoff zur Verfilmung frei. Regisseur Sidney Lumet fängt die Atmosphäre der 30er Jahre überzeugend ein. Alle Stars der Film ist bis in die Nebenrollen hochkarätig besetzt erhalten individuelle und differenziert gestaltete Auftritte. Richard Widmark spielt das Mordopfer, die illustre Reisegesellschaft setzt sich u.a. aus Lauren Bacall, Martin Balsam, Sean Connery, Jacqueline Bisset, Vanessa Redgrave, Anthony Perkins, Michael York und Ingrid Bergman zusammen. Besonders Albert Finney trägt mit seiner karikierenden Darstellung des Hercule Poirot zur ironischen Note des Films bei.
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