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LEXIKON

Malle

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mal
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Louis, französischer Filmregisseur, * 30. 10. 1932 Thumeries, Département Nord,  24. 11. 1995 Los Angeles; Regie u. a. in „Fahrstuhl zum Schafott“ 1957; „Viva Maria!“ 1965; „Pretty Baby“ 1977; „Auf Wiedersehen, Kinder“ 1987; „Eine Komödie im Mai“ 1989; „Vanya on 42nd Street“ 1994.
Malle, Louis
Louis Malle
  • Deutscher Titel: Fahrstuhl zum Schafott
  • Original-Titel: L„ASCENSEUR POUR L„ECHAFAUD
  • Land: Frankreich
  • Jahr: 1957
  • Regie: Louis Malle
  • Drehbuch: Roger Nimier, Louis Malle
  • Kamera: Henri Decae
  • Schauspieler: Maurice Ronet, Jeanne Moreau, Georges Poujouly
Der 25-jährige Louis Malle dreht mit dem Thriller »Fahrstuhl zum Schafott« seinen ersten Film in alleiniger Regie, der als Vorläufer der französischen »Nouvelle-Vague«-Filme gilt.
Florence (Jeanne Moreau) und ihr Geliebter Julien (Maurice Ronet) planen den Mord an Florences Ehemann. Julien führt die Tat aus, doch bleibt er im Fahrstuhl des Gebäudes stecken, wo er das ganze Wochenende eingesperrt ist.
In der Zwischenzeit wird Juliens Wagen von einem jungen Mann gestohlen, der in einem Motel ein Ehepaar ermordet. Zwar wird erst Julien der Tat verdächtigt, doch ein unentwickelter Film aus dem Wagen beweist seine Unschuld. Ein anderes Foto offenbart allerdings seine Beziehung zu Florence. Und so kommt die Polizei ihm trotz des »fast perfekten« Mordes doch noch auf die Schliche.
Ideale Ergänzung der stimmungsvoll-düsteren Schwarzweiß-Bilder ist die melancholische Jazz-Musik von Miles Davis, die das schicksalhafte Geschehen untermalt.
  • Deutscher Titel: Viva Maria!
  • Original-Titel: VIVA MARIA
  • Land: Frankreich
  • Jahr: 1965
  • Regie: Louis Malle
  • Drehbuch: Louis Malle, Jean-Claude Carrière
  • Kamera: Henri Decae
  • Schauspieler: Brigitte Bardot, Jeanne Moreau, George Hamilton, Gregor von Rezzori
In Mexiko begegnen sich 1903 zwei starke junge Frauen, eine Irin (Brigitte Bardot) und eine Französin (Jeanne Moreau), die beide Maria heißen. Sie stellen eine zugkräftige Stripteasenummer auf die Beine, suchen sich Männer und nehmen schließlich für das unterdrückte Bauernvolk den Kampf gegen das Establishment auf. Sie werden zu Volksheldinnen und gehen nach Paris Ziel ihrer nächsten Revolution.
Louis Malles Ausflug in die kommerzielle Komödie kann es auch an der Kinokasse mit US-amerikanischen Westernparodien aufnehmen. Für beide Hauptdarstellerinnen ist es ein Durchbruch für Brigitte Bardot als Schauspielerin und für Jeanne Moreau als Komödiantin. Malle persifliert die verschiedensten Genres, vom Kostümfilm über den Western bis zum intellektuellen Film der französischen »Nouvelle Vague«. Es bleibt aber sein einziger Ausflug in dieses Metier.
  • Deutscher Titel: Pretty Baby
  • Original-Titel: PRETTY BABY
  • Land: USA
  • Jahr: 1977
  • Regie: Louis Malle
  • Drehbuch: Polly Platt, Louis Malle
  • Kamera: Sven Nykvist
  • Schauspieler: Brooke Shields, Keith Carradine, Susan Sarandon, Antonio Fargas
Die Fotos, die der Fotograf E. J. Bellocq Anfang des Jahrhunderts im Vergnügungsviertel von New Orleans machte, inspirieren den Franzosen Louis Malle zu seinem ersten Hollywoodfilm. »Pretty Baby« erzählt die Geschichte der zwölfjährigen Violett, die 1917 mit ihrer Mutter in einem Bordell lebt. Fasziniert beobachtet sie das Treiben im Haus und will selbst daran teilhaben. Schließlich wird ihre Jungfräulichkeit für 400 Dollar versteigert. Später wird sie die Geliebte des Fotografen Bellocq, der ständiger Gast im Haus ist, um die Mädchen zu fotografieren.
Wie schon in »Herzflimmern« (1971), wo er das Inzest-Tabu aufgegriffen und ohne moralische Bewertung dargestellt hat, behandelt Louis Malle jetzt das Reizthema Kinderprostitution. Nach authentischen Vorlagen schildert er das Leben im Bordell in eleganten Bildern, doch unspektakulär und beiläufig; wegen dieser uneindeutigen Haltung wird der Film von konservativer Seite kritisiert. An den Kassen wird er aber ein Erfolg, und für Brooke Shields bedeutet er den Durchbruch.
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