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LEXIKON

neue Stadt

englisch new town; französisch nouvelle ville
Bezeichnung für neue, planmäßig angelegte Städte. Ursachen für Stadtneugründungen können strategisch-militärischer Natur sein, wie etwa die Gründung von Wilhelmshaven (1853) als preußischer Kriegshafen an der Nordsee, oder in einer langfristigen Raumordnungspolitik zur Beeinflussung der Gesamtsiedlungsstruktur liegen, z. B. die Gründung neuer Städte in den 1920er Jahren in Großbritannien mit dem Ziel der Entlastung der Großstädte und der Verbesserung der allgemeinen Wohnbedingungen. Neugründungen aus raumordnerischen Zielen sind die Polderstädte (Emmeloord und Lelystad) in den Niederlanden und zahlreiche russische und israelische Stadtneugründungen, die in vielen Fällen zur wirtschaftlichen Entwicklung und Förderung errichtet wurden. Deutsche Beispiele hierzu sind Ludwigshafen (1843), Wolfsburg (1938), Traunreut (1950), Eisenhüttenstadt (1950) u. a. In der Bundesrepublik Deutschland wurden seit dem 2. Weltkrieg mehrere neue Städte mit der Funktion der Entlastungsstadt gegründet, z. B. Sennestadt (1955) bei Bielefeld, Wulfen (1958) im nördlichen Ruhrgebiet. Aus staatspolitischen Anlass wurden die Hauptstädte von Australien (Canberra, 1913) und Brasilien (Brasília, 1960) neu errichtet. Seit wenigen Jahrzehnten werden sog. Freizeitstädte in Fremdenverkehrsgebieten errichtet, z. B. La Grande Motte (1963) an der südfranzösischen Mittelmeerküste.
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