Lexikon
Pest
[
die; lateinisch pestis, „Seuche“
]meldepflichtige, in Epidemien auftretende bakterielle Infektionskrankheit, deren Erreger (Yersinia pestis) unter Ratten und anderen Nagetieren weit verbreitet ist und vor allem durch Flohbisse auf den Menschen übertragen wird, nach Ausbruch einer Epidemie auch direkt von Mensch zu Mensch. In früheren Jahrhunderten breitete sich die Pest in mehreren Wellen auch über Europa aus und forderte jeweils viele Millionen Tote („schwarzer Tod“), ist hier aber heute aufgrund hoher Hygienestandards ausgerottet. Sie hat sich nur noch in bestimmten Pestherden in Nagetierpopulationen in Zentralasien, Ost- und Zentralafrika, Südamerika und den Rocky Mountains in den USA erhalten.
Man unterscheidet vier Verlaufsformen: 1. Die Beulenpest (Bubonenpest) ist durch eine sehr schmerzhafte Entzündung der Lymphbahnen und Lymphknoten gekennzeichnet, die zu dicken Beulen anschwellen, die aufgrund innerer Blutungen blau-schwarz gefärbt sind und geschwürig zerfallen. In etwa der Hälfte der Fälle kommt es zu einem tödlichen Verlauf. 2. Die Lungenpest tritt nach einer Inkubationszeit von nur 1–2 Tagen durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch auf oder als Folge einer Beulenpest durch Übertritt der Erreger in die Blutbahn. Sie beginnt plötzlich mit Atemnot, Husten und schwarz-blutigem Auswurf. Es kommt zu einem Lungenödem und Kreislaufversagen. Unbehandelt verläuft sie meist am 2.–5. Tag tödlich. 3. Als gefährliche Komplikation von Beulen- und Lungenpest kann es zur Pestsepsis, zur Überschwemmung des ganzen Körpers mit dem Erreger, kommen, die fast immer tödlich endet. Sie kann aber auch primär ohne vorheriges Stadium auftreten. 4. Eine vergleichsweise milde Verlaufsform ist die abortive Pest, die meist nur mit leichtem Fieber und einer geringen Lymphknotenschwellung einhergeht. Sie hinterlässt eine lang anhaltende Immunität gegen alle Formen der Krankheit. Die Behandlung muss bei allen Formen so frühzeitig wie möglich mit Antibiotika erfolgen.
Geschichte
Schon in der Antike wird von mehreren Pestepidemien berichtet. Als „schwarzer Tod“ wurde eine Pestpandemie bekannt, die ihren Ausgang in Zentralasien nahm und sich zwischen 1347 und 1352 über viele Länder bis nach Europa verbreitete und hier schätzungsweise 20–25 Mio. Tote forderte, etwa ein Drittel der damaligen Bevölkerung. Anschließend kam es in den nächsten drei Jahrhunderten in nahezu regelmäßigen Abständen zu erneuten lokalen Pestausbrüchen. Nach einem letzten Aufflackern 1771 kam die Pest in Europa zum Erliegen, wozu u. a. bessere hygienische Verhältnisse und die Fortschritte im Gesundheitswesen beitrugen. Die letzte Pandemie begann 1896 in Zentralasien und forderte weltweit während der nächsten 50 Jahre ca. 12 Mio. Menschenleben. – Der Pesterreger wurde 1894 von A. Yersin entdeckt.
Wissenschaft
Lockdowns ließen Gehirne von Jugendlichen schneller reifen
Die Lockdowns während der Corona-Pandemie haben unser aller Zusammenleben stark beeinflusst. Von den Kontaktbeschränkungen mit am meisten betroffen waren Kinder und Jugendliche, was sich häufig in psychischen Folgen zeigte. Nun legen Gehirnscans nahe, dass die Lockdowns auch die Gehirnentwicklung von Teenagern verändert haben....
Wissenschaft
Flüssigkeiten gefrieren später als gedacht
Physiker haben in einem aufwendigen Versuchsaufbau erstmals experimentell untersucht, wann sich in unterkühlten Flüssigkeiten die ersten Kristallisationskeime bilden – der Beginn des Gefrierprozesses. Die ersten Kristalle entstehen demnach deutlich später als bislang vermutet; damit beginnt auch das Gefrieren später und ist...
Mehr Artikel zu diesem Thema
Weitere Artikel aus dem Kalender
Weitere Artikel aus der Wissensbibliothek
Weitere Lexikon Artikel
Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch
Weitere Artikel auf wissenschaft.de
Wie der Klimawandel die Erdrotation verringert
Ein Stoff zum Staunen
Wie sich Asthma verhindern lässt
Die Direktorin der Dinge
Süßes ohne Reue
Die Quanten-Arena