Lexikon
Spinndrüsen
bei Gliederfüßern und Muscheln vorkommende Drüsenorgane, deren Sekret rasch erhärtende Fäden bildet, die zum Nestbau (z. B. bestimmte Spinnen, Embien), zum Kokonbau (z. B. Schmetterlingsraupen), zum Beutefang (z. B. Spinnen), zur Befestigung (Muscheln) oder zum Transport (z. B. Jungspinnen: „Altweibersommer“) benutzt werden. Die Spinndrüsen bestimmter Muscheln, Byssusdrüsen, liegen am Hinterende des Fußes; die Spinndrüsen der Gliederfüßer münden meist in Gliedmaßen, z. B. die Spinndrüsen der Webspinnen in den Spinnwarzen, umgebildeten Abdominalextremitäten, die Spinndrüsen der Afterskorpione in den Chelizeren, der Zwergfüßer in den Spinngriffeln (Cerci), der Embien in den 1. Fußgliedern der Vorderbeine. Die Raupen der Schmetterlinge und die Larven der Köcherfliegen spinnen mit Hilfe der Labialdrüsen, die am Mund münden. Das Spinnsekret der Gliederfüßer ist ein Eiweiß (Seiden-Fibroin), das der Muscheln ein der Schalensubstanz Konchin ähnliches Eiweiß.
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