wissen.de
Total votes: 47
LEXIKON

Trafic

  • Deutscher Titel: Trafic
  • Original-Titel: TRAFIC
  • Land: Frankreich
  • Jahr: 1971
  • Regie: Jacques Tati
  • Drehbuch: Jacques Tati, Jacques Lagrange
  • Kamera: Édouard van der Enden, Marcel Weiss
  • Schauspieler: Jacques Tati, Maria Kimberley, Marcel Fraval
»Trafic« ist der letzte von vier Filmen nach »Die Ferien des Herrn Hulot« (1953), »Mein Onkel« (1958) und »Playtime« (1967) in denen die tragisch-komische Figur des Monsieur Hulot im Mittelpunkt steht.
In diesem Film erhält Hulot (Jacques Tati) den Auftrag, einen mit allen Schikanen ausgerüsteten Campingwagen von Paris nach Amsterdam zu bringen, wo eine Messe stattfindet. Der Weg dorthin hält aber so viele Tücken und Pannen bereit, dass Hulot die Ausstellung erst erreicht, als diese ihre Pforten gerade schließt.
Die Erscheinung der inzwischen so populären Filmpersönlichkeit Hulot ist wie gewohnt merkwürdig fehlproportionierte Kleidungsstücke, ein viel zu kurzer, zerknitterter Regenmantel, die zu kurzen Hosenbeine, die den Blick auf seine Ringelstrümpfe freigeben. Er stolziert, ausgerüstet mit einem sportlichen Hütchen, Pfeife und Regenschirm, durch eine ihm feindlich gesonnene Welt. Große Schwierigkeiten hat Hulot mit der Hektik der modernen Zeit, nutzlosen technischen Einrichtungen, unmenschlichen Wohn- und Bürohäusern sowie dem Verkehrssystem.
Dem Regisseur und Hauptdarsteller Tati bietet sich in »Trafic« erneut die Möglichkeit, das Verhältnis des Menschen zur Technik (in diesem Fall zum Automobil) auf humorvoll-entlarvende Weise darzustellen. Tati zeigt eine Welt, die überfüllt ist mit Fahrzeugen, hier spielen die Menschen nur noch eine untergeordnete Rolle. Auf den ersten Blick scheint Hulot in diese Welt integriert, aber zum Schluss stellen die Zuschauer erleichtert fest, dass der sympathische Mann sich nicht zu einem Konformisten gewandelt hat, sondern wieder einmal nur einen Ausflug in die ihm so unerklärlich komplizierte Welt unternommen hat.
»Trafic« bedeutet den Abschied von einer Filmfigur, die nicht weniger individuell, universell und liebenswert ist als Chaplins Tramp.
Total votes: 47