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LEXIKON

voltigieren

Pferdesport
Turnen am galoppierenden Pferd, das an der Longe einen Kreis von mindestens 13 m Durchmesser beschreibt. Ein mit zwei Griffen versehener Voltigiergurt in der Sattellage erleichtert das Aufspringen und die Ausführung der Figuren. Das Zusammenwirken von Pferd, Longenführer und Voltigierer bildet die Grundvoraussetzung für diese Pferdesportart.
Als Wettbewerb führt man mit Punkten bewertete Pflicht- und Kürübungen für Reiter und Reiterinnen durch. Beim Voltigieren werden auf dem Rücken des Pferdes Übungen ausgeführt, die sowohl turnerischen als auch ästhetischen Ansprüchen genügen sollen. Da das Pferd an einer Longe galoppiert, ist beim Voltigierer ein hohes Maß an Körperbeherrschung und Muskelkraft erforderlich, um die Figuren möglichst fließend zu realisieren. Neben den Voltigierern ist auch ein Longenführer mit dem Pferd verbunden, das er gegen den Uhrzeigersinn im Kreis führt. Voltigieren wird als Gruppen-, Einzel- und Paarwettbewerb durchgeführt. Sechs Übungen sind Pflicht. Die Gruppen zeigen eine Fünfminutenkür, wobei maximal drei Voltigierer auf einmal auf dem Rücken des Pferdes agieren dürfen. Im Einzel ist eine Kür von einer Minute die Regel. Bewertet werden die gymnastisch-turnerischen Übungen. Pflichtfiguren sind u. a. freihändiges Stehen und Reitsitz, Fahne (Knien mit ausgestrecktem anderen Bein und Arm), Mühle (volle Drehung) sowie Aufsprung als Flanke oder Schere. Kürfiguren sind Prinzensitz, Stehen in der Waage, Übung in der Schlaufe, gehaltener Schulterstand und freihändiges Knien. Figuren für zwei Teilnehmer bestehen aus Kombinationen der Einzelfiguren. Europameisterschaften werden seit 1984 und Weltmeisterschaften seit 1986 ausgetragen (Einzel, Mannschaft). Deutsche Meisterschaften gibt es seit 1963.
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